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Wie rechte "Trolle" Hass schüren

Eine Studie enthüllt Meinungs-Manipulationen vor der Bundestagswahl

Die Manipulation der politischen Meinung von Bürgern mithilfe von sozialen Netzwerken ist nicht nur in den USA eine traurige Entwicklung. Auch in Deutschland nutzen Anhänger der AfD und Vertreter der sogenannten Identitären Bewegung Diskussionsforen, Facebook, Twitter und andere Kanäle, um in ihrem Sinne Stimmung zu machen. Dazu seien auch fingierte Nutzerkonten genutzt worden. Rechte Aktivisten sollen so im Rahmen des vergangenen Bundestagswahlkampfs gezielt Diskussionen im Netz manipuliert haben. Dies ergaben Recherchen von ARD, WDR, NDR und der "Süddeutschen Zeitung". Wie eine weitere Auswertung gesammelter Daten zeigt, steckt hinter der Masse an Hasskommentaren nur ein sehr kleiner Anteil an rechten Aktivisten.

Die Manipulationen erfolgten demnach auf verschiedenen Kanälen und seien sehr gut organisiert gewesen. So geht aus Chatprotokollen der Discord-Gruppe "Reconquista Germanica" hervor, dass rassistische Inhalte verbreitet oder Politiker und linke Autoren beschimpft werden sollten. In der Gruppe waren zeitweise 5.000 Nutzer aktiv. Die Chatprotokolle stammen von einem Mitglied von "Alt Right Leaks", welches sich in die geschlossene Gruppe einschleusen konnte.

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Forscher des Londoner Instituts für strategischen Dialog werteten die Nachrichten anschließend aus. Demnach seien die Mitglieder außerdem dazu angehalten worden, Videos auf YouTube positiv zu bewerten, um deren Verbreitung zu fördern. Auch auf Twitter waren die rechten Trolle höchst aktiv - und erfolgreich. So verhalfen sie bestimmten Beiträgen zu größerer Popularität. Organisiert wurden die Aktionen dabei von Administratoren, die sich Namen wie "Offizier der Heeresgruppe Ost" gaben.

Wie eine Datenanalyse des IT-Spezialisten Philip Kreißel in Zusammenarbeit mit dem Londoner Institut zudem zeigt, sind für die Masse an Hasskommentaren nur eine "verschwindend kleine Minderheit der Nutzer" verantwortlich. Für die Untersuchung wurden Kommentare auf den Facebook-Seiten von Online-Medien ausgewertet. Das zentrale Ergebnis: Die "Likes" unter der Hälfte aller Hasskommentare stammen von lediglich fünf Prozent der Nutzer.

Jan Treber

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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