Musik

Westernhagen gibt seine Echos zurück

Der Skandal um die Echo-Auszeichnung der beiden Rapper Kollegah und Farid Bang ruft immer mehr Reaktionen hervor. Den beiden wurde aufgrund von Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow" Antisemitismus vorgeworfen. Nun kommt auch ein Echo von Marius Müller-Westernhagen. Genauer gesagt sind es sieben: Der Deutschrock-Star gibt sämtliche siebe Echo-Trophäen zurück, die er im Laufe seiner Karriere gewonnen hat.

Der 69-Jährige, der erst vergangenes Jahr mit dem wichtigsten deutschen Musikpreis fürs Lebenswerk geehrt wurde, prangerte am Dienstag auf Facebook "eine neue Stufe der Verrohung" an. "Provokation um der Provokation willen ist substanzlos und dumm", bekräftigte Westernhagen.

Er glaube nicht, dass die in der Kritik stehenden Musiker Kollegah und Farid Bang Antisemiten seien, aber sie seien "erschreckend ignorant". Zudem sei "eine (Musik)Industrie, die ohne moralische und ethische Bedenken Menschen mit rassistischen, sexistischen und gewaltverherrlichenden Positionen nicht nur toleriert, sondern unter Vertrag nimmt und auch noch auszeichnet, skrupellos und korrupt".

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Westernhagen weiter: "Die Verherrlichung von Erfolg und Popularität um jeden Preis demotiviert die Kreativen und nimmt dem künstlerischen Anspruch die Luft zum Atmen" und trage mehr noch dazu bei, dass "einer kultivierten Gesellschaft" zunehmend "der innere moralische Kompass abhanden kommt". Dem "sehen wir schon viel zu lange zu, ohne genügend Widerstand zu bieten".

Er schließe sich nun seinem "geschätzten Freund und Kollegen Klaus Voormann an und werde alle Echos zurückgeben". Der oft als "fünfter Beatle" bezeichnete Grafiker und Bassiert hatte bereits am Dienstag auf seine Auszeichnung, die er 2018 fürs Lebenswerk erhalten hatte, verzichtet. Ebenso gaben der Dirigent Enoch zu Guttenberg und der Pianist Igor Levit ihre Echo-Klassik Trophäen zurück. Zuvor hatte am Montag das Notos Quartett auf diese Weise ihren Protest geäußert.

Die Zukunft des Musikpreises ist unter diesen Vorzeichen ungewiss. Wie Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), am Sonntag erklärte, "wird der Preis auf Entscheidung des Vorstandes vom heutigen Tag nun überarbeitet werden". Details nannte Drücke nicht, jedoch versprach er eine "umfassende Analyse und die Erneuerung der mit der Nominierung und Preisvergabe zusammenhängenden Mechanismen".

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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