Musik

Pulitzer-Preis: Kendrick Lamar schreibt Geschichte

Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wird von seinen Fans bereits seit Jahren als Poet gefeiert. Nun wurde der 30-Jährige für sein 2017 erschienenes viertes Studioalbum "Damn" mit dem begehrten Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung kommt einer Sensation gleich: Der in Compton, Kalifornien, aufgewachsene Rapper ist der erste Preisträger in der Kategorie "Music", welcher nicht der Klassik oder dem Jazz zugehörig ist.

Die Pulitzer-Preise gelten seit über 100 Jahren als die höchstmögliche Auszeichnung in der Medienbranche. Am Montag wurden sie zum 102. Mal von einer Jury der New Yorker Columbia-Universität vergeben. Von den 21 Preiskategorien sind 14 journalistischen Arbeiten vorbehalten, die restlichen gehen an Künstler aus Literatur, Musik und Theater.

Lamars Album "Damn" sei eine "virtuose Liedersammlung, vereint von einer umgangssprachlichen Authentizität und rhythmischen Dynamik", so Dana Canedy, Vorsitzende der Verwaltung der Pulitzer-Preise. Es vereine "eindringliche Momentaufnahmen, die die Komplexität des modernen afroamerikanischen Lebens einfangen".

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Kendrick Lamar, von seinen Fans auch "Kung Fu Kenny" genannt und seit seines Nummer-1-Hits "Humble" weltweit bekannt, erhielt in den letzten Jahren bereits zahlreiche Auszeichnungen für seine sozialkritischen Songs über Themen wie Rassismus, Polizeigewalt, Depression und Selbstliebe. Unter anderem gewann er elf Grammys.

Zu den weiteren diesjährigen Pulitzer-Preisträgern gehören die drei Journalisten, die die Affäre über die sexuellen Belästigungen durch Hollywood-Mogul Harvey Weinstein aufdeckten. Jodi Kantor und Megan Twohey für die "New York Times" sowie Ronan Farrow für den "New Yorker" lösten auf diese Weise auch die "MeToo"-Debatte, in welcher sich Opfer sexueller Übergriffe zu Wort meldeten, aus. Der Hashtag und die damit verbundene Debatte zog in den vergangenen Monaten weite Kreise und wurde auch außerhalb Hollywoods thematisiert. Die drei Journalisten hätten mit "explosivem, wirkungsvollem Journalismus Sexualtäter enthüllt, darunter auch Vorwürfe gegen einen der einflussreichsten Produzenten Hollywoods", bekräftigte Dana Canedy die Auszeichnung der Investigativ-Journalisten.

Durch die Berichterstattung seien die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden für "lang unterdrückte Vorwürfe über Nötigung, Gewalt und erzwungenem Schweigen der Opfer". Die Folge sei eine "weltweite Abrechnung mit dem sexuellen Missbrauch von Frauen".

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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