Musik / CD

Shotty Horroh: Salt Of The EarthHol die Gitarre raus

Manchester ist keine schöne Stadt, und Gitarrenmusik ist tot. Wer Rapper und Sänger Shotty Horroh das ins Gesicht sagt, der wird vermutlich mehr als nur einen bösen Blick zurückbekommen. Immerhin hat sich der ehemalige Battle-Rapper entschieden, seinen Sound Richtung Nullerjahre-Indie zu schubsen, und nach seiner Zeit in Kanada ist er nun auch wieder zurück in Manchester. Sein neues Album "Salt Of The Earth" wird so zum durchaus interessanten Amalgam aus Rap und Indie.

Shotty Horroh selbst bezeichnet seine Musik als "Gansta Indie". Dabei sind Sing-Along-Refrains mit vielen Wohoooos ("Dirty Old Town") oder auslandende Gitarrensoli ("Stay For The Ride") in den Bridges natürlich keine neuen Ideen. Der 32-jährige Brite hat die Hochzeit selbst miterlebt und bedient sich beliebig aus den letzten zwei bis drei Jahrzehnten. Da ist ein bisschen krakeliger Gesang wie damals bei dem jungen Damon Albarn, ebenso ein bisschen tanzbarer Indie, wie man ihn von den Arctic Monkeys kennt. "Frank & Stein" oder die angetäuschte Ballade "Lanyards" schmunzeln einen an und verführen mit wunderbarem Brit-Akzent. Die Gitarrenstücke klingen nach Proberaum mit altem Teppich auf dem Boden. Rauch in der Luft, Arbeiterstadt.

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Shotty Horroh ist ein passabler Sänger in einer musikalischen Sparte, in der man gar keine perfekte Stimme haben muss. Trotzdem richtet man die Ohren immer wieder aufmerksam auf und lauscht. Insbesondere die Battles und HipHop-Tracks machen den Unterschied: Wie auf "Danger" lässig zwischen Rap und Gesang gewechselt wird - das kriegen manche Duos nicht hin. "I'm not scared of anything", schmettert der Rapper-turned-Sänger einen Gassenhauer die verranzte Straße hinunter, bevor er sich in "Absence Of Heart" in einem Pub wiederfindet und den besten Oasis-Refrain zum Besten gibt, den sie selbst nie geschrieben haben.

Leider kommt man nicht umhin, all diese Querverweise zu ziehen, denn den Irgendwo-schonmal-gehört-Effekt wird Shotty Horroh auf "Salt Of The Earth" einfach nicht los. 2018 ein solches Album zu produzieren, ist beeindruckend konsequent. Horroh "fühlt" den Sound, man nimmt ihm die Songs zu jedem Zeitpunkt ab. Selbst wenn das alles nicht neu ist: Vielleicht ist es ja auch schon an der Zeit für ein Revival der Gitarrenmusik. Und wahrscheinlich hat Manchester dann doch ein paar schöne Ecken.

Arne Lehrke

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelSalt Of The Earth
Bandname/InterpretShotty Horroh
Erhältlich ab12.10.2018
LabelSmi Col
VertriebSony Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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