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Kubicki wirft "Stern" Tabubruch vor

FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki wirft dem Magazin "Stern" vor, Rainer Brüderle mit der Veröffentlichung von Sexismus-Vorwürfen politisch schaden zu wollen. Persönliche Kontakte zu Journalistinnen will er einschränken.


FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki wirft dem Magazin "Stern" vor, FDP-Bundesfraktionschef Rainer Brüderle mit der Veröffentlichung von Sexismus-Vorwürfen politisch schaden zu wollen. Im Interview mit der Zeitung "Bild am Sonntag" sagte Kubicki: "Der 'Stern' behauptet, er wolle damit das Thema Sexismus in der Politik aufgreifen. Ich sehe einen ganz anderen Grund: Hier soll ein Hoffnungsträger der FDP mutwillig beschädigt werden. Die 'Stern'-Chefredaktion sollte sich die Frage stellen, ob sie das Blatt auf ein Niveau bringen will, dass man es nicht mehr empfehlen kann."

Dann fügte der Fraktionsvorsitzende der Liberalen im Landtag von Schleswig-Holstein hinzu: "Hier wurde eine Geschichte zu einem Skandal aufgeblasen, der keiner ist." Kubicki warf dem Magazin einen "Tabubruch" vor und will wegen der Affäre persönliche Kontakte zu Journalistinnen einschränken: "Bislang waren abendliche Gespräche ob beim Essen oder nach einem Parteitag an der Hotelbar ein durch Vertraulichkeit geschützter Bereich."

In Zukunft aber werde er keine Journalistinnen mehr als Wahlkampfbegleitung in seinem Fahrzeug mitnehmen. "Und ich werde künftig Situationen wie Gespräche an der Hotelbar meiden, wenn Journalistinnen beteiligt sind. Denn natürlich rutscht einem da schon mal eine lockere und nicht gelungene Bemerkung heraus. Jetzt muss ich damit rechnen, dass das gegen mich verwendet wird."

Brüderle nahm bislang keine Stellung zu den Vorwürfen der betreffenden "Stern"-Journalistin. In einem Interview mit dem "Focus", das am Samstag vorab veröffentlicht wurde, sagte er auf Nachfrage bloß: "Kein Kommentar." Die Journalistin Laura Himmelreich schilderte in einem Porträt über Brüderle unter anderem eine Situation vor gut einem Jahr, bei welcher der 67-Jährige auf ihre Brüste geschaut und gesagt haben soll: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen." Mitte des Monats hatte schon eine Autorin von "Spiegel Online" über Diskriminierung durch Mitglieder der Piratenpartei berichtet.


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