Die berühmte Computerspiel-Schmiede Atari hat Berichten zufolge einen Antrag auf Insolvenz für ihre US-Geschäfte gestellt. Die entsprechenden Unterlagen der amerikanischen Tochter Atari Inc. und drei weiterer Firmen seien bei einem New Yorker Insolvenzgericht eingereicht worden, schreibt die Zeitung "Los Angeles Times".
Das Ziel sei, das US-Geschäft von der französischen Mutterfirma abzutrennen und mit dem Geld neuer Investoren eigenständig fortzuführen, berichteten die "Los Angeles Times" und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.
Die Zukunft von Atari solle danach unter anderem in mobilen Spielen liegen. Angeblich seien bereits mehrere Millionen Dollar für die Fortführung des Geschäfts gesichert worden. Atari stellt schon lange keine eigenen Spielekonsolen mehr her, sondern entwickelt nur noch Games.
Das Unternehmen war mit Spielerfolgen wie "Pong" und "Asteroids" zu weltweitem Ruhm in der Computerspielszene gelangt, kämpfte aber nach der Blütezeit in den 80er Jahren schon lange mit finanziellen Problemen.
Atari wurde 1972 gegründet und produzierte zunächst nur Spieleautomaten. Später leistete die Firma Pionier-Arbeit auf dem Spielekonsolen-Markt und auch bei Heimcomputern. Die Apple-Gründer Steve Jobs und Steve Wozniak arbeiteten 1975 kurze Zeit bei Atari, kurz bevor sie sich selbstständig machten.
In den folgenden Jahren konnte man in der Entwicklung von Computern und Spielen nicht mehr mit erfolgreicheren Konkurrenten mithalten. Es gab zahlreiche Aufspaltungen und Eigentümerwechseln.
Zuletzt erfolgte die Trennung vom bisherigen Geldgeber BlueBay Asset Management. Eine Kreditlinie über 28 Millionen Dollar sei damit zum Jahresende 2012 ausgelaufen, berichtete die "Los Angeles Times". Der Versuch, schnell frische Finanzmittel aufzutreiben, um die Weiterentwicklung laufender Projekte zu sichern, sei dem französisch-amerikanischen Unternehmen nicht gelungen.

