Knapp zwei Wochen vor Start der Fußball-EM wird die italienische Nationalelf in den Liga-Manipulationsskandal hineingezogen. Am Montag durchsuchten Polizisten das Trainingszentrum der Azzurri in Florenz und lösten damit einen Schock im italienischen Fußball aus.
Nach übereinstimmenden Medienberichten ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Nationalspieler Domenico Criscito vom russischen Club Zenit St. Petersburg wegen des Verdachts der Wettmanipulation. Auch sein Haus in Genua wurde durchsucht.
Ebenfalls im Visier der Fahnder: Stefano Mauri, Kapitän bei Lazio Rom und Teamkollege des deutschen Nationalstürmers Miroslav Klose. Im Zuge von Ermittlungen im Wett- und Manipulationsskandal seien weitere 18 Personen festgenommen worden, hieß es. Ihnen wird Sportbetrug vorgeworfen.
Cremonas Staatsanwalt Guido Salvini eröffnete auch ein Ermittlungsverfahren gegen Juventus Turins Coach Antonio Conte. Er ließ das Haus des Meistertrainers durchsuchen. Als Fußballlehrer des AC Siena soll er in der vergangenen Saison an Ergebnisabsprachen in den Partien gegen Novara und AlbinoLeffe beteiligt gewesen sein. Sein ehemaliger Spieler Filippo Carobbio hatte Conte schwer belastet.
Unter den festgenommenen Fußballern ist auch Omar Milanetto, ein früherer Spieler des CFC Genua, der nun bei Padua in der Serie B spielt. Bei einem Profi vom Erstligisten Chievo Verona wurde ein Haus durchsucht. Auch im Ausland standen Razzien auf dem Programm. Seit dem Beginn der Ermittlungen vor etwa einem Jahr wurden inzwischen mehr als 50 Personen in Italien verhaftet.
"Das sind verheerende Nachrichten", sagte die italienische Trainerlegende Giovanni Trapattoni, der mit Irland an der EM-Endrunde teilnehmen wird. "Aber wenn die Behörden so handeln, dann meist aus gutem Grund."

