Zickenkrieg, Lagerkoller, Ekel-Menüs und fast vergessene Prominente - das Dschungelcamp ist in vollem Gange, und das TV-Publikum feiert: Im Durchschnitt verfolgten bislang rund 7,3 Millionen Zuschauer pro Tag das illustre Treiben im australischen Urwald. Auch im Web erfreut sich Staffel sieben von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" (täglich 22.15 Uhr, RTL) immenser Beliebtheit: Laut RTL ist die Klickrate bei den hauseigenen Dschungel-Videos hoch wie nie, und die Sozialen Netzwerke glühen nur so vor Schadenfreude und verbalen Scharmützeln der Fans. Manche der Camp-Insassen pflegen allerdings auch abseits des Muttersenders eine - kakerlakenfreie - Webpräsenz.
Den Titel "Rainforest Gump" hat er bereits sicher. Ob sein Durchhaltevermögen, das er mit dem Filmhelden Forrest Gump ebenso gemein hat wie die Naivität, am 26. Januar mit der Krone belohnt wird, muss Joey Heindle abwarten: Der Ex-DSDS-Kandiat besticht mit einem kindlichen Weltbild und stoischer Ruhe beim Verspeisen von Dschungel-Delikatessen. Das knuffige Kerlchen, das gemäß seiner Website (www.joey-der-stiefel.de) den Beinamen "Der Stiefel" trägt, tingelt abseits des Urwalds als Sänger durchs Land und überrascht seine Fans gelegentlich bei Karaoke-Wettbewerben. Pünktlich zu seinem Einzug ins Camp schmiss der putzige Barde eine Single auf den Markt. Der treffende Titel: "Hol mich raus!"
Dem kam das Publikum im Falle von "Dagobert" Arno Funke nach: Der unauffällige Ex-Erpresser konnte sich die Gunst der geneigten Voyeure nicht erkämpfen und wurde per Telefonvoting des Camps verwiesen. Schade, denn der Berliner hätte sicherlich noch den einen oder anderen deftigen Spruch beizutragen gehabt. Über ausreichend bissigen Humor verfügt er jedenfalls, wie er auf seiner etwas ungelenk anmutenden Website www.arnofunke.de beweist. Funke stellt dort seine knalligen Promi-Karikaturen aus und zeigt, wen und was er in der Zeitschrift "Eulenspiegel" auf die Schippe nimmt. Wer sich für seinen Lebenslauf abseits der Karstadt-Erpressungen interessiert, wird auf mehreren Seiten ausführlich in die Vita des 62-Jährigen eingeführt.
Wie sie zur Super-Transe wurde, erklärt Olivia Jones auf ihrer Internetpräsenz (www.olivia-jones.de) hingegen nicht sonderlich weitschweifig. Die Information, dass sie bereits als Kind Muttis Kleiderschrank plünderte und sogar im Fummel zur Musterung auflief, muss genügen. Wenn Olivia nicht gerade von der Pritsche aus mit spitzer Zunge ihre Camp-Nachbarn triezt, verdient sie ihre Paradiesvogel-Brötchen als Touristenführerin und Clubbetreiberin auf Hamburgs Reeperbahn. Dabei erhält die Kiez-Perle Unterstützung von allerhand illustren Mitarbeitern, die sich auf der Website ebenfalls ein kleines Stelldichein geben.
Vielleicht darf Pop-Schnuckel Patrick Nuo nach Beendigung seines Camp-Aufenthalts in Olivias Truppe anheuern? Der gebürtige Schweizer machte Hamburg aus Karrieregründen zu seiner Wahlheimat. Allerdings will es mit dem Erfolg offenbar nicht so recht klappen - schließlich preist seine offizielle Website www.patrick-nuo.de sein Album "Nuo" als aktuelle Scheibe an. Das Werk stammt jedoch bereits aus dem Jahre 2007. Stagnation scheint auch das Motto bei der Pflege der Webpräsenz zu sein: Das letzte dort vermerkte Highlight im Werdegang des 30-Jährigen ist die Teilnahme an Stefan Raabs Wok WM im März 2012.
Auch Model Fiona Erdmann schoss bereits in der Asia-Pfanne die Eisbahn hinunter. Allerdings war sie dabei vermutlich nicht so dünn wie aktuell im Dschungel: Die Fotos auf ihrer Website (www.fionaerdmann.tv) zeigen eine deutlich gesünder wirkende, aber immer noch schlanke Fiona. Neben Ausflügen ins Schauspiel- und Moderatorenfach steht Schmuckdesign bei der ehemaligen Kandidatin aus Heidi Klums Laufsteg-Show "Germany's Next Top-Model" hoch im Kurs. Ihre Kreationen verkauft die geschäftstüchtige Saarbrückerin direkt im benachbarten Online-Shop. Ob demnächst auch Käfer-Ohrringe und Maden-Colliers dort zu finden sind?
Christina Freko














