Cineasten rund um den Globus saßen auf glühenden Kohlen: Am 10. Januar wurden von der Academy Of Motion Picture Arts And Sciences (AMPAS) die Oscar-Nominierungen bekanntgegeben. Viel Überraschendes gab es nicht, gehen "Life Of Pi - Schiffbruch mit Tiger", "Lincoln" (Start: 24. Januar), "Django Unchained" (Start: 17. Januar) oder auch "Argo" doch schon für einen Golden Globe in der Kategorie "Bester Film" ins Rennen. Der Globe wird am 13. Januar verliehen und gilt gemeinhin als Prognose für die möglichen Oscar-Gewinner, die am 24. Februar in Los Angeles gekürt werden. Auch die Webgemeinde macht sich so ihre Gedanken über die frischgebackenen Trophäenjäger.
Die Twitter-Drähte glühten kurz nach der Bekanntgabe der Nominierten heiß. Während User @rrho bedauernd feststellt, dass "wieder mal keine Frau für den Regieoscar nominiert" ist, frohlockt Userin @Lucie mit den Hashtags #Filmlust #Oscars "Ich will jetzt sofort ins Kino!!". @icebergslim ist zufrieden, dass Wes Andersons viel gelobte Komödie "Moonrise Kingdom" zumindest in der Kategorie "Bestes Drehbuch" berücksichtigt wurde, und @ChadLDN freut sich, dass mit Naomi Watts, Jacki Weaver und Hugh Jackman immerhin drei Australier um einen Goldjungen konkurrieren.
Die Nominierten unter den Twitterern üben sich derweil in Zurückhaltung. Hugh Jackman meldete sich auf seinem Account (twitter.com/RealHughJackman) zuletzt am 7. Januar zu Wort, um einer Freundin viel Glück bei der Besteigung des Kilimandscharo zu wünschen. Offenbar bringt den zweifachen Vater die Nominierung als "Bester Hauptdarsteller" für "Les Misérables" (Start: 21. Februar) nicht aus der Ruhe. Seine Anwärterschaft auf den Golden Globe als "Bester Hauptdarsteller in einer Komödie oder einem Musical" für das Revolutionsdrama ließ er ebenfalls unkommentiert.
Für die Fans einiger Stars scheint vornehmes Schweigen allerdings nicht in Frage zu kommen. "OSCAR NOMINATION!!!!" jubeln die Anhänger von Christoph Waltz auf ihrer Fanpage (www.christophwaltzfans.com) lautstark. Der gebürtige Wiener darf auf eine Auszeichnung als "Bester Nebendarsteller" in Quentin Tarantinos Western "Django Unchained" hoffen. Im Oscar-Geschäft ist der Charakterdarsteller ein alter Hase: 2010 nahm er den Preis für die beste Nebenrolle in "Inglorious Basterds" entgegen - ebenfalls eine Tarantino-Produktion.
Auch die Jünger des Kultregisseurs huldigen den fünf Nominierungen für seinen neuesten Streich "Django Unchained" angemessen auf ihrem digitalen Altar (www.tarantino.info). Überhaupt dreht sich im Newsfeed der Page gerade alles um den nicht unumstrittenen Streifen: Kritiker werfen Tarantino Gewaltverherrlichung - dieser Tadel gehört bei seinen Filmen quasi schon zum guten Ton - und Verharmlosung der Sklaverei vor. Den Fans ist das herzlich egal, im Forum feilschen sie munter um Premierentickets und tauschen sich über die Qualität von "Django" aus.
Jessica Chastains Getreue (jessica-chastain.com) neigen entweder nicht zur Euphorie oder sind schlicht abgebrüht: In vier knappen Zeilen würdigen sie die Nominierung ihrer Lieblingsschauspielerin. Die kesse Rothaarige geht bereits zum zweiten Mal ins Rennen um den Oscar. Nachdem es 2012 in der Kategorie "Beste Nebendarstellerin" für "The Help" nicht geklappt hat, versucht sie es nun als "Beste Hauptdarstellerin" mit "Zero Dark Thirty" (Start: 31. Januar). Falls aus der begehrten Trophäe auch dieses Mal nichts wird, kann sich die Kalifornierin vielleicht über einen Golden Globe freuen: Denn auch beim kleinen Oscar-Bruder versucht sie ihr Glück in der Sektion "Beste Schauspielerin in einem Drama".
Christina Freko










