Eine Steuererklärung, die auf einem Bierdeckel Platz hat, forderte Friedrich Merz 2003. Aus dieser Vision wurde nichts. Dennoch gibt es inzwischen zahlreiche Möglichkeiten, die lästige Pflichtübung angenehmer über die Bühne zu bringen. Im Internet kursieren mannigfaltige Tipps, Tricks und Informationen rund um die Steuererklärung 2012. Einige von ihnen können durchaus hilfreich sein.
Alltag im Finanzamt: Nummer ziehen, warten, falsches Formular ausgefüllt, neues Formular ausfüllen, wieder warten. Wer das umgehen möchte, kann seine Steuer auch einfach vom heimischen Computer aus erledigen. Die benötigte Software für die elektronische Steuererklärung - kurz Elster - wird auf der Seite www.elster.de kostenlos angeboten. Nach der Registrierung lassen sich viele Steuerbelange dort direkt abarbeiten und online einreichen. Wer die Variante aus Papier bevorzugt, kann seine fertigen Formulare auch ausdrucken und direkt beim Finanzamt abgeben. Aber wo ist die zuständige Behörde?
Die Antwort auf diese Frage weiß das Bundeszentralamt für Steuern auf www.bzst.de. Nach Eingabe von Ort, Postleitzahl oder Autokennzeichen und dem gewünschten Zuständigkeitsgebiet bekommt der Nutzer die Anschrift des richtigen Amtes. Das steuerliche Infocenter auf der Seite stellt zudem die zentrale Auskunftsstelle dar. Von Steuertarifen bin hin zu Informationen für ausländische Investoren werden hier verschiedene Bereiche abgedeckt. Ein weiteres interessantes Angebot des Bundeszentralamtes ist der internationale Steuervergleich. In ihm wird aufgezeigt, wie viele Steuern die Deutschen im Verhältnis zu den Bewohnern anderer Länder bezahlen müssen.
Welcher Teil des Lohns an Vater Staat geht, lässt sich auf www.abgabenrechner.de nachvollziehen. Nach Angabe der persönlichen Daten sind beispielsweise die Lohnsteuer, die Kirchensteuer und der Solidaritätszuschlag aufgelistet. Um zu erfahren, welche Einkommensgruppen welchen Prozentsatz an Steuern entrichten müssen, können individuelle Lohnsteuertabellen erstellt werden.
Um die Abgaben möglichst gering zu halten, bedarf es einiger guter Ratschläge. Die erteilt beispielsweise www.steuernsparen.de. Was Arbeitnehmer, Rentner, Selbstständige, Familien und Anleger steuerlich absetzen dürfen, wird in verschiedenen Kategorien veranschaulicht. Eltern können beispielsweise das Schulgeld ihrer Kinder angeben, auch wenn diese schon volljährig sind. Auch der Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen widmet sich ein Bereich. Bei weiteren Unklarheiten hilft das Steuerwiki der Seite. Nach dem Prinzip von Wikipedia können einzelne Begriffe schnell nachgeschlagen und Zusammenhänge zwischen den Fakten nachvollzogen werden.
Wer sich in Zukunft nicht mehr mit seiner deutschen Steuererklärung befassen möchte, der hat noch immer die Möglichkeit, auszuwandern. Wohin am besten, verrät www.auswandern-info.com/steueroasen. Zu den beliebtesten Steueroasen zählen derzeit nicht nur exotische Orte wie die Bahamas, die Cook-Inseln, Vanuatu oder der Geheimtipp Panama. Auch Luxemburg und Bulgarien sind empfohlene Domizile für Steuerflüchtlinge.Diejenigen, die in Deutschland bleiben wollen, sollten die Steuererklärung bald angehen. Spätestens am 31. Mai muss sie sich im Finanzamt befinden. Wer es bereits in den nächsten Wochen schafft, kann aber darauf hoffen, dass seine Formulare schneller bearbeitet werden und eventuelle Rückzahlungen zügig erfolgen.
Jan Treber









