Den viertgrößten Computerspielehersteller der Welt gibt es nicht mehr: THQ wurde zerschlagen - und die Konkurrenz stürzte sich während einer 22-stündigen Auktion auf die Marken, Projekte und Teams des Publishers. Die THQ-Chefs Brian Farrell und Jason Rubin erklärten in einem offenen Brief an die Belegschaft, dass Ubisoft für 2,5 Millionen US-Dollar das Studio THQ Montreal nebst der beiden Projekte "1666" (wurde noch nicht angekündigt) und "Underdog" übernommen hat und die Rechte am Rollenspiel "South Park: Der Stab der Wahrheit" von Entwickler Obsidian für 3,3 Millionen US-Dollar erworben hat. Deutlich tiefer in die Tasche griffen Take Two und Sega Sammy. Die Japaner bezahlten 26,6 Millionen US-Dollar für den Strategiespiele-Entwickler Relic Entertainment ("Company of Heroes", "Warhammer 40k: Dawn of War"), Take Two legte knapp elf Millionen für das Studio Turtle Rocks ("Left 4 Dead") und das noch nicht veröffentlichte Game "Evolve" auf den Tisch. Am meisten investierte jedoch der deutsche Publisher Koch Media: Für 22,3 Millionen US-Dollar kaufte er nicht nur den "Saints Row"- und "Red Faction"-Entwickler Volition, sondern investierte obendrein knapp sechs Millionen Dollar in die Rechte an der Horror-Shooter-Reihe "Metro" - inklusive der kommenden Games "Last Light" und "Metro 2034". Die Marke "Homefront" ging für eine halbe Million Dollar an den Frankfurter Entwickler CryTek über, der im Auftrag von THQ bereits am zweiten Teil arbeitete. Überraschend: Für die "Darksiders"-Macher Vigil Games gingen keine Gebote ein. Teil zwei des Action-Rollenspiels bekam von der Fachpresse zwar durchgehend Bestnoten, besiegelte aber aufgrund schleppender Verkaufszahlen den Niedergang von THQ. Auch die Lizenzen an der Wrestling-Liga "WWE" wurden noch nicht verkauft. "Den Ergebnissen des Tages zum Trotz" sei die THQ-Führung jedoch stolz über das Erreichte - und darauf, dass der Großteil der Studios und Spiele neue Besitzer gefunden habe. Jene Mitarbeiter, die nicht an der Abwicklung des zahlungsunfähigen Publishers beteiligt und auch nicht Teil eines übernommenen Unternehmens sind, werden jedoch entlassen. THQ-Präsident Jason Rubin kommentierte die Lage via Twitter: "Es tut mir aufrichtig leid, dass die THQ-Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Ihr sollt wissen, dass ich alles getan habe, was ich konnte und euren Schmerz verstehe."
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