Games / Reportage

Der Letzte seiner Art?

Vom Keil- zum Klapp-Handheld: Nintendos neues 2DS-Modell im Check

Als Nintendo den 2DS vor vier Jahren auf den Markt brachte, war "Türstopper" angesichts des klobigen, keilförmigen Designs noch ein schmeichelhafter Vergleich. Nun gibt's den völlig überarbeiteten "New Nintendo 2DS XL", der dem bisherigen Spitzenmodell "3DS XL" in vielerlei Hinsicht nacheifert.

Auffälligste Neuerung ist das Klappdesign in den Farbkombinationen Weiß-Orange und Schwarz-Blau. Das lässt den neuen 2DS nun problemlos in der Hosentasche verschwinden und schützt die Bildschirme vor Kratzern. Apropos: Die beiden Displays sind genauso groß wie beim "3DS XL", verzichten aber auf den 3D-Effekt - sofern den zuletzt überhaupt noch jemand genutzt hat - und sind nicht so leuchtstark, dass man im Sommer problemlos draußen spielen könnte.

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Abgespeckt wurde auch beim Gewicht: Knapp 260 Gramm bringt die mobile Spielekonsole auf die Waage - 25 Prozent weniger als der 3DS XL. In ähnlichem Umfang reduziert ist der Preis: 150 Euro kostet der neue 2DS, der - was für ein Segen! - von Anfang an mit einem Netzteil und einer 4 Gigabyte großen SD-Karte ausgeliefert wird. Am Rande: Um die Speicherkarte auszutauschen, muss man nicht mehr die Rückseite aufschrauben. Der Slot ist nun wie der Modulschacht hinter einer kleinen Blende versteckt, die sich mit dem Fingernagel öffnen lässt.

Bei der Prozessor-Performance und der übrigen Ausstattung ist der New 2DS mit dem New 3DS XL identisch. Will heißen: Die Unterstützung von "New 3DS"-exklusiven Titeln ist ebenso gewährleistet wie die Kompatibilität zu amiibo-Figuren oder -Karten. Zwei zusätzliche Schultertasten und der C-Stick ermöglichen mehr Steuerungskomfort - und auch bei der Ausdauer liegen beide Modelle gleich auf: Nach drei bis fünf Stunden müssen die Akkus aufgeladen werden.

Nicht ganz gelungen: Die Boxen sind auf der Unterseite angebracht, schallen in die Handflächen und klingen leicht blechern. Dort ist auch der überraschend kurze, aber dicke Stylus untergebracht. Der kommt in den drei prominenten Spielen ausgiebig zum Einsatz, mit denen Nintendo seine neue - und mit Blick auf den Erfolg der Hybrid-Konsole Switch womöglich letzte - Hosentaschenspielerei flankiert.

Eines davon: "Hey! Pikmin". Der kleine gestrandete Astronaut Captain Olimar und seine folgsamen Blumenkinder feiern ihr Handheld-Debüt. Mit dem Systemwechsel von der großen Wii U auf DS geht zwar ein wenig Spieltiefe verloren, nicht aber der Charme: Aus dem Echtzeitstrategie-Gewusel wurde ein Puzzle-Plattformer. Um Hindernisse und Gegner zu überwinden und an den begehrten "Glitzerium"-Treibstoff zu kommen, wirft man per Stylus munter die mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestatteten Pikmin durch die Gegend. Ideal für Kinder!

An ein älteres Publikum richtet sich "Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging". Der aktuelle Ableger der einst millionenfach verkauften Mental-Workout-Reihe bietet - nomen est omen - neue, teuflisch verzwickte Aufgaben, die auf eine Steigerung des Arbeitsgedächtnisses abzielen und dabei die alte Angst der Menschen vor völliger Verblödung im Alltag schürt. Fünf Minuten dauert eine Sitzung bei Nintendos virtuellem Brain-Coach in der Regel, der Spielerhirne mit einer Kombination aus Rechnen und Merken traktiert. Zur Entspannung gibt's ein paar bekannte Übungen aus den Vorgängern und nette Minispiele, die allerdings erst nach und nach freigeschaltet werden müssen. Frustrierend und motivierend zugleich.

Und dann ist da noch "Miitopia" - ein eigenwilliges Rollenspiel-Abenteuer mit den Mii-Avataren, das von seiner Schrulligkeit und zahllosen Slapstick-Einlagen lebt, während man sich im titelgebenden Fantasy-Reich auf die Suche nach den gestohlenen Gesichtern der Bewohner macht. Der Clou: Alle Figuren speisen sich aus den selbst erstellten oder per Streetpass eingesammelten Miis - der böse Zauberer könnte also das Konterfei von Freunden oder Familienmitgliedern haben. Hinzukommt: Jeder Held hat einen von sieben Wesenszügen und ist entsprechend stur, vorsichtig oder herrlich verträumt, was sich auch auf die niedlichen Zufallskämpfe auswirkt. Alles in allem mehr eine ulkige Anekdoten-Sammlung als ein echtes Rollenspiel, aber mit jeder Menge Schmunzelmomente!

Bernd Fetsch

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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