Games / Reportage

Spielen - alles und überall

Grafikchip-Hersteller Nvidia drängt mit einer eigenen Gaming-Plattform auf den Markt

Kampfansage an Microsoft, Sony, Nintendo und den Rest der Branche: Das Unternehmen Nvidia, bislang bekannt als Hersteller hochgezüchteter Grafikchips für den PC- und Tablet-Bereich, stellte bei der Consumer Electronics Show in Las Vegas sein eigenes Gaming-Device vor. Hinter "Project Shield" verbirgt sich eine offene Spiele-Plattform, die sich aus den unterschiedlichsten Quellen speist und den Markt nachhaltig verändern könnte. Eine Art eierlegende Wollmilchsau im Muschel-Look - entwickelt für "moderne Gamer entwickelt, die selbst entscheiden wollen, wo, wann und wie sie spielen". Das Gerät ist portabel und nutzt Googles Betriebssystem Android, lässt sich aber auch mit jedem Windows-Rechner mit aktuellem Nvidia-Grafikchipsatz, mit Webdiensten aller Art sowie Cloud-Gaming-Plattformen verbinden.

Optisch gleicht das Stück Gaming-Hardware mit seinen zwei Analogsticks, dem digitalen Steuerkreuz sowie den üblichen Aktionsknöpfchen und Schultertasten einem überdimensionierten Xbox-360-Controller - mit dem feinen Unterschied, dass am oberen Ende eben noch ein fünf Zoll großer Touchscreen mit 720p-Auflösung andockt, der sich eingeklappt über die Bedienelemente legt. Im Inneren von "Project Shield" werkeln eine hochgetakteter Tegra-4-Grafikchip und ein Vierkern-ARM-Prozessor (Cortex A-15), die sich im Verbund einer Vielzahl von Aufgaben stellen.

Zum einen lässt sich "Project Shield" als portable Spieleplattform nutzen, die neue Titel über eine WLAN-Verbindung aus Googles PlayStore bezieht und erstaunliches Durchhaltevermögen besitzen soll. Laut Nvidia hält der verbaute Akku beim Spielen fünf bis zehn Stunden durch. Nutzt man das Gerät als Abspielgerät für Videos aus Webdiensten wie Hulu oder Netfix, reicht der Strom sogar bis zu 24 Stunden lang.

Sämtliche Inhalte lassen sich via HDMI-Kabel und WLAN in Full-HD- und 4K-Auflösung auf entsprechenden Monitoren wiedergeben. Auch PC-Inhalte oder Spiele aus der Steam-Bibliothek können über eine Netzwerk-Verbindung auf "Project Shield" gestreamt werden - sofern mindestens eine Nvidia Geforce-Karte GTX 650 oder 660M im Rechner arbeitet. Das neue Gerät, das Nvidia bloß nicht als "Konsole" bezeichnet haben will, fungiert als eine Art Bindglied.

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Darüber hinaus ist "Project Shield" in der Lage, Cloud-Gaming-Dienste zu nutzen, die im Idealfall auf Nvidias ebenfalls bei der CES präsentierten "Grid"-Server-Technologie basieren. Dabei findet die Berechnung grafisch aufwendiger Titel in leistungsstarken Systemen statt, Bild- und Tonsignale werden über das Internet schließlich an die Konsole zurückgespielt. Einzige Voraussetzung dafür ist eine schnelle und stabile Netzanbindung.

Mit diesem Schritt scheint Nvidia nicht nur die Gerüchte zu bestätigen, wonach sowohl Sony als auch Microsoft bei ihrer nächsten Konsolengeneration auf Grafiklösungen des Konkurrenten AMD zurückgreifen. Das Unternehmen möchte auch ein offenes Gerät etablieren, "das für Games das Gleiche bedeuten würde wie der iPod für Musik beziehungsweise der Kindle für Bücher", so Jen-Hsun Huang, Chief Executive Officer bei Nvidia.

Die Veröffentlichung von "Project Shield" ist für das zweite Quartal geplant. Einen Preis nannte Nvidia noch nicht.

Gerd Hilber

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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