Games / Spieletests

SiNG PartyBitte nach vorne treten!

Die Musik spielt künftig wohl online. Bei der Vermarktung von Karaoke-Games setzen Microsoft und Sony bereits auf eine rein digitale Distribution. Die populäre "Singstar"-Reihe ist auf der PlayStation3 bereits kostenlos vorinstalliert - die Lieder muss man hingegen online hinzukaufen. Etwas anders geht Microsoft mit der App "Xbox Karaoke" vor, bei der man nicht für einzelne Titel, sondern in einem Abo-Modell für die Spielzeit bezahlt. Im Gegenzug erhält man Zugriff auf über 8.000 Songs. Nur Nintendo bleibt vorerst dem alten Vertriebsmodell treu und veröffentlicht mit "SiNG Party" für die Wii-U-Konsole ein Set aus Mikrofon und 50 Liedern zum Nachträllern.

Chart-Pop, Rock-Klassiker, Balladen, Oldies, Party-Mucke - die Songauswahl ist derart breitgefächert und erschreckend harmlos, dass wohl tatsächlich jeder ein gefälliges Stück finden dürfte. Nach deutschsprachiger Musik suchen "SiNG Party"-Käufer jedoch vergebens - ebenso nach den Original-Musikvideoclips, die das Geschehen in der Regel untermalen. Vielmehr bekommt man grelle Farben, Muster und Formen auf dem Bildschirm serviert. Ebenfalls ärgerlich: Die Macher zensierten manche Liedtexte und schalten einfach auf stumm, wenn in Queens "Don't Stop Me Now" von der "Sex Machine" die Rede ist - oder Nickelback in "How You Remind Me" ein "Damn!" (verdammt) über die Lippen rutscht.

Apropos Einschränkungen: Gleichzeitig können immer nur zwei Spieler mit- oder gegeneinander antreten. Der Rest der Partymeute darf immerhin mit der Wii-Fernbedienung Begleitinstrumente wie Tamburines, Percussions oder Kuhglocken ertönen lassen. Eine schöne Idee. Etwas aufgesetzt wirkt dagegen der Party-Modus, der mit allerlei Text-Einblendungen ("Jetzt alle im Takt!") und ein paar Hampelmännchen ebenso zum Mitmachen nötigt wie der Spieler, dem das Gamepad in die Hand gedrückt wird. Weil auf dem Minischirm des Tablet-ähnlichen Controllers die Songzeilen angezeigt werden, kann er sich quasi überall im Raum postieren - zumindest in jenem Umkreis, den das kabelgebundene USB-Mikro zulässt.

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Das Gamepad ermöglicht obendrein eine schnelle Songauswahl, ohne ins Menü zu wechseln, sowie die dezente Maniuplation der Lieder durch einen Echtzeit-Mixer. Über ihn lässt sich die Lautstärke des Mikros regeln, ein Hall-Effekt hinzufügen und bei manchen Stücken sogar die Gesangs- und Instrumentalspur getrennt voneinander anpassen.

Neben der Party-Variante gibt es noch den reinen Gesangs- und den spaßigeren Team-Modus, in dem Eins-gegen-Eins-Duelle ebenso auf dem Programm stehen wie das Singen im Chor. Schade: Schnappschüsse sowie Audio- und Videomitschnitte werden nicht von "SiNG Party" gemacht. Nur Mitteilungen lassen sich über das Miiverse mit Freunden teilen.

Fazit: Mit "SiNG Party" bekommen Wii-U-Besitzer ein zwar konformes, aber technisch gelungenes Karaoke-Spiel, das aufgrund seiner feinen Stimmerkennung nicht nur eine saubere Tonlage, sondern erstmals auch kraftvolles Singen und gekonntes Improvisieren mit Punkten belohnt.

Bernd Fetsch

Game
SpielnameSiNG Party
HerstellerFreeStyleGames
VertriebNintendo
GenreSonstiges / Besonderes
Erhältlich ab18.01.2013
Preisca. 60 Euro
EAN Code0045496331382
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 0 Jahren
Multiplayer2-5
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend

Erhältlich für:
Wii U

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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