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Anarchy ReignsMassenschlägerei in der Endzeit

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Die Macher der verschwenderisch verzierten und herrlich schrägen Haudrauf-Orgie "Bayonetta" bescheren volljährigen Xbox-360- und PS3-Besitzer mit "Anarchy Reigns" eine chaotische Massenkeilerei, bei der Profis off- wie online die Fäuste sprechen lassen. Allerdings droht bereits ab der ersten Runde das technische K.O..

Jack Cayman ist ein postapokalyptisches Urviech: Bereits in Segas Schwarz-Weiß-Scharmützel "MadWorld", das hierzulande aufgrund stark übertriebener Gewaltdarstellung nicht veröffentlicht wurde, durfte sich der von Kopf bis Fuß mit Cyber-Implantaten zugeschraubte Kettensägen-Rocker tüchtig austoben. Obwohl man alternativ auch in die Beat'em-Up-Galoschen des wesentlich feingliedrigeren und eleganteren Sicherheitsmannes Leonhardt Victorion schlüpfen darf, ist Jack ganz klar der Star im Story-Modus von "Anarchy Reigns".

Wie in "MadWorld" bahnt sich der unverbesserliche Brutalo darin seinen Weg durch frei begehbare, nuklear verstrahlte Ruinen-Städte - und Heerscharen von unterschiedlichsten Widersachern, die in Wellen auftreten. Passionierte Schläger dürfen hier ihren Rauf- und Zerstörungstrieb ausleben, mit Verkehrsschildern losdreschen, ganze Autos durch die Luft wuchten oder mit dem kurz zuvor aufgelesenen Raketenwerfer draufhalten. Abseits des Gemetzels ist Interaktion mit der Spielwelt allerdings Mangelware. Einzige Ausnahme: Hin und wieder kann man sich einen fahrbaren oder flugtauglichen Untersatz krallen und durch die Gegend düsen.

Auf der Suche nach einem korrupten Bürokraten, der unter anderem Caymans Tochter auf dem Gewissen hat, muss der Spieler alle Klopp-Register ziehen: Jedesmal wenn er einem der (gas)maskierten, skelettierten, verdrahteten oder auch mal schuppigen Fieslinge eins auf die glibberige Glocke gibt, sammelt er Energie für eine "Rampage"-Offensive. Einmal entfesselt, lässt Jack in diesem Modus wie im Blutrausch die Fäuste fliegen. Aber auch sonst weiß sich das Muskelpaket zu wehren: mit zwei unterschiedlichen Schlagvarianten sowie massig Kombos und Spezialattacken, die dank gelungener Steuerung zuverlässig von der Hand gehen.

Dafür mangelt es an Abwechslung: Anstatt zur Erforschung zu verführen, entpuppt sich die offene Spielwelt als ausgesprochene Spaßbremse. Nicht nur, dass man sich zwischen verfallenen Wolkenkratzern, ratternden Aufzugplattformen und ausladenden Schutthalden hoffnungslos verfranst. Obendrein sorgt die unablässige Gegnerflut gerade im Story-Modus für Ermüdungserscheinungen - und das trotz einer ohnehin überschaubaren Dauer von gerade einmal vier bis fünf Stunden.

Auch als Schauplatz für den ausladenden Multiplayer-Modus, in dem sich bis zu 16 Raufbolde in zehn unterschiedlichen Varianten (darunter "Deathmatch" oder "Deathball") gegenseitig Saures geben, hat der technisch altbackene und abwechslungsarme Prügelspielplatz Tücken: Wer es allen Ernstes hinbekommt, das gigantische Terrain zu seinem taktischen Vorteil zu nutzen, der hat dort vermutlich so viele Stunden zugebracht, dass er sich die technischen und spielerischen Defizite mit viel Geduld schön gespielt hat.

Fazit: Genre-Vollprofis mit Engelsgeduld können der skurrilen Massenklopperei vielleicht etwas abgewinnen. Doch mit dem gnadenlos geleckten Feintuning der sonstigen Platinum-Games-Titel kann das vor allem technisch krude "Anarchy Reigns" nicht konkurrieren. Eine deutsche Lokalisierung gibt es nicht - dafür den Gastauftritte der heißen "Bayonetta"-Hexe.

Robert Bannert

Game
SpielnameAnarchy Reigns
HerstellerPlatinum Games
VertriebSega / Koch Media
GenreAction
Erhältlich ab11.01.2013
Preisca. 30 Euro
EAN Code5055277021017
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene und Profis
Alterab 18 Jahren
Multiplayer2-16 (WWW)
Bewertung Grafikausreichend
Bewertung Steuerungbefriedigend
Bewertung Soundbefriedigend
Bewertung Spielspassausreichend
Bewertung Gesamtausreichend

Erhältlich für:
PlayStation3, Xbox 360

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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