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Ratchet & Clank: QForceZu Besuch in fremden Genre-Welten

Erst gab's von Sony anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der "Ratchet & Clank"-Reihe ein HD-Remake der ersten drei Teile, nun folgt ein neues Spiel für PS3 und PS Vita: "QForce". Das fühlt sich nur bedingt der Serientraditionen verpflichtet und sucht sein Glück in einem ehemals angesagten Genre.

Erzählt wird in "QForce" die Geschichte des ehemaligen Galaxie-Präsidenten Quark, der seine Wiederwahl vergeigt hat und sich nun an Bord von Ratchet und Clanks Raumschiff schrecklich langweilt - bis Stuart auf den Plan tritt. Ein neuer Superschurke, der das All ins Chaos stürzen will, indem er die Sicherheitszentren unterschiedlichster Planeten ausschaltet und damit drolligen, aber aggressiven Aliens Tür und Tor öffnet.

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Leider verzichten die Macher nach dem amüsanten Intro nahezu vollständig auf eine humorig inszenierte Geschichte, was bislang eine der größten Stärken der Reihe war. Und auch mit anderen Traditionen bricht Insomniac Games geflissentlich: Die klassischen Jump&Run-Elemente wurden auf ein Minimum reduziert, knifflige Hüpfpassagen sind eine Seltenheit. Auch das Erforschen der Umgebung nebst der Lösung kleiner Rätseln spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Geblieben ist immerhin die Action. Mit einem Arsenal schräger Weltraumwaffen im Anschlag zieht man los, um allerlei Fieslingen unter farbenfrohem Effektgewitter den Garaus zu machen. Allerdings sollte man dabei immer ein Auge auf die eigene Basis haben, denn bei "QForce" setzen die Macher verstärkt auf Elemente des Tower-Defense-Genres.

Bedeutet: Eingesammelte Bolzen (der Währung im Spiel), die zertrümmerte Kisten und verprügelte Aliens hinterlassen, können an vorgegebenen Punkten in Verteidigungsstellungen investiert werden. Nur wer zügig Waffentürme, Barrieren und Minen platziert, kann den in Wellen anrollenden Feinden dauerhaft Paroli bieten - und irgendwann auch zum Angriff übergehen. Ziel ist das von Gegnern bewachte Sicherheitszentrum, zu dem man sich mühsam Stück für Stück vorkämpfen muss, während zwischenzeitlich immer wieder die Alarmglocken der eigenen belagerten Basis ertönen. Bitter: Selbst wenn man Unmengen in die Verteidigung investiert - ohne Zutun des Spielers werden die zu beschützenden Energie-Generatoren schnell in ihre Einzelteile zerlegt.

So hetzt man ständig durch die Areale, bis man den Neustart der planetaren Verteidigung initiiert und sich einer finalen und massiven Angriffswelle gegenübersieht. Hat man die erledigt, geht's zum nächsten Planeten - und das Ganze beginnt von vorne. Anfangs hat "QForce" aufgrund der angenehmen Hektik und gebotenen Action durchaus seinen Reiz. Spätestens beim dritten oder vierten Planeten wird's aufgrund des immer gleichen Ablaufs jedoch öde. Zumindest für jene, die alleine antreten.

Deutlich spaßiger und auch einfacher wird "QForce", wenn man lokal oder online mit einem Freund die Kampagne bestreitet. Einer verteidigt, der andere greift an - und das nervige Hin und Her entfällt. Alternativ lassen sich im sogenannten Wettbewerbsmodus spannende Schlachten gegen andere Spieler austragen, zumal man dort auch noch eigene Truppen rekrutieren und dem Gegner auf den Hals hetzen darf. Allerdings sind die Server bislang nicht allzu gut besucht, sodass man ein wenig Geduld mitbringen sollte, ehe ein williger Widersacher gefunden ist.

Fazit: "QForce" ist nur bedingt ein echtes "Ratchet&Clank"-Abenteuer - eher ein experimenteller Abstecher in fremde Genre-Gefilde. So gelungen die knallbunte Grafik auch sein mag, dem Spiel mangelt es schlicht an neuen Ideen und Abwechslung. Tower-Defense-Titel gibt es mittlerweile zur Genüge.

Bernd Fetsch

Game
SpielnameRatchet & Clank: QForce
HerstellerInsomniac Games
VertriebSony
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab09.01.2012
Preisca. 40 Euro
EAN Code0711719265634
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 12 Jahren
Multiplayer2-4 (WWW)
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend

Erhältlich für:
PlayStation3, PlayStation Vita

Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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