Gegen jeden Zweifel
Der schale Geschmack der Gerechtigkeit
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Der aalglatte Staatsanwalt Hunter (Michael Douglas) gewinnt auf
verblüffende Weise sämtliche seiner Fälle, weil er
regelmäßig kurz vor Verhandlungsschluss
erdrückende Indizien für die Schuld des Angeklagten
vorlegt. Der Reporter C.J. Nicholas (Jesse Metcalfe) sieht seine
große Chance. Sein Plan: den zudem noch arroganten
Staatsdiener zu Fall bringen. Dafür wird er selbst Indizien
fälschen, die beweisen sollen, dass er der Täter in
einem ungeklärten Mordfall ist. Als bekannter Lokalreporter
bekommt er aus Polizeikreisen Hinweise auf vorliegende
Zeugenaussagen, erste Ermittlungserkenntnisse und bestimmte
Spuren, die weiter verfolgt werden sollen. Er zieht nur seinen
engsten Kollegen Finley (Joel Moore) ins Vertrauen, mit dem er
gemeinsam Kleidung kauft, die dem schemenhaften Täterprofil
entsprechen. Er lässt sich von einem kleinen Hund
beißen, weil eine Gassigängerin davon berichtet hatte.
Und er dokumentiert alles mit einer kleinen Videokamera.
Schnurstracks landet er hinter Gittern und sieht dem großen
Showdown entgegen, der beweisen soll, dass Ankläger Hunter
Indizien aus dem Ärmel schüttelt, die es gar nicht
geben kann, weil der Angeklagte den Mord nachweislich nicht
begangen hat. Es kommt, wie es kommen muss: Der aufmerksame
Staatsanwalt erfährt von Nicholas Plan und unternimmt alles,
um seinen Komplizen Finley zu stoppen. Dies gelingt auf tragische
Weise. Als es darauf ankommt, fehlt der entscheidende Beweis: die
DVD mit den alles erklärenden Videoaufzeichnungen. Das
Kräftemessen zwischen dem machtkorrupten Staatsanwalt und
dem verbissenen, später verzweifelten Berichterstatter
wächst schnell zu einer Fehde auf Leben und Tod. Der einst
so siegessichere Reporter wird zum Tode verurteilt und sieht sich
plötzlich außer Stande, seine Unschuld zu beweisen.
Dass Hyams Wahl des Hauptdarstellers auf Jesse Metcalfe fiel, der
als Liebhaber in der Erfolgsserie "Desperate
Housewives" bekannt wurde und sich zwischenzeitlich als
Teenie-Schwarm ("Rache ist sexy") versuchen durfte, ist
angesichts seines ausdruckslosen Spiels eine Überraschung.
Der 31-Jährige kann seiner Rolle weder die leichtsinnige
Inbrunst noch die erschrockene Hilflosigkeit verleihen, die
notwendig wäre, um Empathie für die Figur zu
entwickeln. Dabei hilft auch nicht die Liaison zwischen dem
smarten Journalisten und der hübschen Assistentin Hunters.
Als Kontrahent von Routinier Michael Douglas verblasst Metcalfes
Gestalt zusehends, obwohl er eine mehr als doppelt so lange
Leinwandpräsenz hat. Selbst die Gelegenheit, die
unvorhersehbare Wendung der Geschichte in den letzten Filmminuten
dafür zu nutzen, dem Charakter mehr Tiefe oder auch
Rätselhaftigkeit zu verleihen, schlägt der verhinderte
Senkrechtstarter aus. Als Nächstes ist Metcalfe in dem
"SAW"-Nachfolger "The Tortured" zu sehen -
vielleicht liegt ihm blanker Horror besser als subtile
Spannung.




















