Kino / Portraits

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Vin Diesel spielt die Hauptrolle in "Fast & Furious 8" (Start: 12. April)

"Fast & Furious 8" oder "Guardians Of The Galaxy Vol. 2"? Wer wird den Blockbuster-Showdown im April wohl gewinnen? Die Antwort liegt auf der Hand: Vin Diesel, der in beiden Filmen eine Hauptrolle innehat. Als Dom Toretto rast der 49-Jährige ab 12. April in "Fast & Furious 8" mit aller Wahrscheinlichkeit an die Spitze der Kinocharts, wo er voraussichtlich bleiben wird, bis der von ihm synchronisierte "Guardian" Groot zwei Wochen später das Herz des Kinopublikums zurückerobert. Ein Platz auf der "Forbes"-Liste der einspielstärksten Schauspieler sollte Diesel in diesem Jahr sicher sein. Er ist eben ein Publikumsliebling - auch wenn sein Image in den letzten Wochen etwas gelitten hat.

Es begann mit einer kryptischen Nachricht bei Facebook: Seine weiblichen Co-Stars seien wundervoll, eröffnete Dwayne "The Rock" Johnson Ende August, während der Dreharbeiten zu "Fast & Furious 8", einen Wutbrief. Seine männlichen Kollegen seien jedoch eine andere Geschichte: "Manche benehmen sich wie echte Männer und wahre Profis, andere nicht. Die, die es nicht tun, sind zu große Schisser, um etwas daran zu ändern. Feiglinge!", schimpfte der Ex-Wrestler. "Wenn ihr nächsten April den Film schaut und ich so aussehe, als ob ich die Wut nicht nur spiele, dann habt ihr Recht." Schnell war sich die Presse einig, dass die Tirade auf Vin Diesel abzielte. Jüngst berichtete der "Hollywood Reporter", die beiden Stars des "Fast & Furious"-Franchise würden auf der Promo-Tour zum neuen Film vom Studio bewusst getrennt gehalten.

Echte Fehde oder von langer Hand geplanter PR-Stunt? So richtig sicher kann man sich dessen noch nicht sein: Sollte den beiden Darsteller tatsächlich erst beim vierten gemeinsamen Film aufgefallen sein, dass sie sich nicht leiden können? Schwärmten nicht immer alle Darsteller der immens erfolgreichen Raser-Reihe von der innigen Verbundenheit untereinander? Von einem familiären Zusammenhalt, der so eng ist, dass Vin Diesel seine jüngste Tochter Pauline nannte, nach seinem 2013 tödlich verunglückten Co-Star Paul Walker? Andererseits liegen die möglichen Gründe für eine gegenseitige Antipathie auf der Hand: Etwa gleich alt und gleich bullig fischen die beiden Actionstars im selben Rollenpool. Mit dem Unterschied, dass Johnson laut "Forbes" inzwischen der am besten bezahlte Schauspieler der Welt ist. Der Ex-Wrestler, der irgendwie in die Schauspielerei reinrutschte, während Vin Diesels Weg nach Hollywood lang und beschwerlich war.

"Ich bin Schauspieler, seit ich sieben bin", erzählte der ehemalige Theaterdarsteller 2009 dem Late-Night-Talker Jimmy Kimmel. "Als ich etwa 20 Jahre im Geschäft war, ohne wirklich erfolgreich zu sein, schenkte mir meine Mutter ein Buch namens 'Feature Film Making at Used-Car Prices'" - ein Leitfaden, wie man mit wenig Geld einen Film auf die Beine stellt. In Ermangelung von Rollenangeboten drehte der heutige Superstar einen Kurzfilm namens "Multi-Facial", der 1994 sogar bei den Filmfestspielen in Cannes lief.

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Drei Jahre später stellte Diesel beim Sundance Festival seinen ersten Langfilm vor, ein Drama namens "Strays". "Den finanzierte ich, indem ich Leuten am Telefon Glühbirnen und Werkzeug verkaufte", erinnerte sich Diesel, "ich war gut". Offenbar nicht nur als Telefonverkäufer: "Einige Wochen später rief mich Steven Spielberg an und meinte, er drehe als Nächstes einen Film namens 'Der Soldat James Ryan' und würde mir darin gern eine Rolle geben."

Seither ist Mark Sinclair Vincent, der seinen Künstlernamen noch als energiegeladener Türsteher in New York abbekam, regelmäßig in Kinohauptrollen zu sehen. Dass es für gewöhnlich Actionfilme sind, stört ihn nicht: "Ich kann verstehen, dass man mir nicht die Rolle eines unterdrückten Sensibelchens anbietet", erklärte der Muskelprotz einst im Gespräch mit "GQ". "Aber es ist nicht so, dass ich solche Typen nicht spielen könnte."

Nur mit dem Franchise-Gedanken konnte sich der Schauspieler anfangs nicht anfreunden, der im Gegensatz zu seinem "The Fast and the Furious"-Co-Star Paul Walker 2003 nicht für eine Fortsetzung des Überraschungserfolgs zu haben war: "Ich bat das Studio, keine Fortsetzung zu drehen. Ich sagte, wenn 'Denn sie wissen nicht, was sie tun' eine Fortsetzung gehabt hätte, wäre es kein Klassiker", verriet Vin Diesel der brasilianischen YouTuberin Carol Moreira, die der Publikumsliebling während ihres Interviews so heftig anbaggerte, dass er sich einen Shitstorm einhandelte. Wie die Studioleute ihn wieder rumkriegten, fragte die Bedrängte tapfer weiter? Antwort: Sie machten ihn zum Produzenten.

Tatsächlich kehrte mit Vin Diesel auch der Erfolg zur "Fast & Furious"-Reihe zurück, die nach dem dritten Teil eigentlich schon schrottreif schien. Sein Geheimnis? "Ich höre auf das Feedback, das ich bei Facebook von meinen Fans bekomme", gab der Glatzkopf 2015 in der "Tonight Show" zu. Als sich die Fans Jason Statham als Bösewicht für "Fast & Furious 6" wünschten, gab er ihnen Jason Statham als Bösewicht. Und seine Abneigung gegenüber Sequels? Wie weggeblasen: "Wenn Marlon Brando Facebook gehabt hätte, gäbe es einen zweiten Teil von 'Die Faust im Nacken'", ist der Geschäftsmann heute überzeugt.

So stand Diesel in den letzten Jahren auch für Fortsetzungen von "Riddick: Chroniken eines Kriegers" (2004) und "xXx - Triple X" (2002) vor der Kamera, für den zweiten Teil von "Guardians of the Galaxy" (2014) und den dritten "Avengers"-Film "Infinity War" (Start: 26. April 2018) im Synchronstudio. Und "Fast & Furious"? Bekommt mindestens noch zwei Teile. Ob nun mit oder ohne dem vermeintlichen Rivalen Dwayne "The Rock" Johnson, wird die Zukunft zeigen.

Annekatrin Liebisch

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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