Ein Haus braucht ein gutes Fundament, beim Film ist dieses Fundament das Drehbuch. Das Skript von David Loucka bringt Mark Tonderais ambitionierten Teenie-Horror-Film "House at the End of The Street" leider spätestens im letzten Akt zum Wanken und letztlich zum Einsturz. Bis dahin funktioniert der Streifen ziemlich gut auf der Ebene des Melodrams - dank der herausragenden schauspielerischen Leistung von Shooting-Star Jennifer Lawrence, der zuletzt eine Oscarnominierung (für "Silver Linings") zuteilwurde. Reine Horrorfans sollten diesen Film, der vor Lawrence' Durchbruch mit "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" (2011) gedreht wurde, jedoch lieber meiden.
Die Geschichte beginnt mit bekannten Zutaten: Die frisch geschiedene Mutter Sarah (Elisabeth Shue) und ihre coole Teenager-Tochter Elissa (Lawrence) wollen einen Neuanfang wagen. Deshalb ziehen sie in ein Traumhaus am abgelegenen Ende einer Straße in einer beschaulichen Kleinstadt.
Warum das Haus für sie erschwinglich war? Vier Jahre zuvor metzelte in dem gespenstischen, alten Gebäude gegenüber ein geistig behindertes Mädchen seine Eltern nieder und floh vermutlich in die Wälder. Bruder Ryan (Max Thierot), ein mysteriöser Außenseiter, der von allen im Dorf gemieden wird, wohnt immer noch in dem Haus. Trotz der Warnungen und Verbote ihrer Mutter entspinnt sich eine zarte Liebesromanze zwischen Elissa und Ryan, der man recht gespannt folgt - Thierot versteht sich gut darauf, gleichzeitig sehr anziehend und unheimlich zu wirken.
Schon bald merkt man, dass Autor Loucka und Regisseur Tonderai bemüht sind, dem Film eine tiefere psychologische Ebene zu geben: Die Beziehung zwischen der überfürsorglichen Mutter und ihrer selbstsicheren Tochter vermag den Zuschauer zu fesseln. Doch spätestens von dem Punkt an, an dem Lawrence nur noch im weißen Tanktop durch die Nacht hechtet, um das schreckliche Geheimnis von Ryan und seiner vermisst geglaubten Schwester zu lüften, kippt das Ganze in einen recht vorhersehbaren, zum Teil unlogischen, langweiligen Teenie-Horrorstreifen: Berechenbare Schockmomente, eine Taschenlampe, die im entscheidenden Moment ihren Geist aufgibt und die wacklige Kameraführung locken nun wirklich keinen Horrorfan mehr hinter dem Ofen hervor.
Bedauerlich auch, dass die schlussendliche Botschaft abgeschmackt ist: Hütet Euch vor Außenseitern, den Menschen mit einer schwierigen Vergangenheit. Schade. Nachdem das Drehbuchgerüst in sich zusammengestürzt ist, verweilt die Kamera noch ein wenig bei Mutter und Tochter, und siehe da: Ihr weiteres Schicksal interessiert uns immer noch. Was für eine charismatische Schauspielerin diese 22-jährige Jennifer Lawrence doch ist. Für ihre Hauptrolle in "Silver Linings" wurde sie zu Recht für den Oscar nominiert.
Gabriele Summen
| Kinofilm | |
|---|---|
| Filmbewertung | akzeptabel |
| Filmname | House at the End of the Street |
| Originaltitel | House at the End of the Street |
| Starttermin | 17.01.2013 |
| Regisseur | Mark Tonderai |
| Genre | Thriller |
| Schauspieler | Jennifer Lawrence |
| Schauspieler | Elisabeth Shue |
| Schauspieler | Max Thieriot |
| Entstehungszeitraum | 2012 |
| Land | USA / CDN |
| Freigabealter | 16 |
| Verleih | Universum |
| Laufzeit | 101 Min. |














