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Ritter RostVon wegen Schrott!

Ritter Rost ist eine Erfolgsgeschichte. Autor und Illustrator Jörg Hilbert schuf in den 90er-Jahren zusammen mit dem Komponisten Felix Janosa den tollpatschigen, gleichwohl sympathischen Helden. Untermalt von eingängigen Liedern entführte die Geschichte in eine Welt, in der Schrott nicht nur eisernes Abfallsprodukt war, sondern ein kostbarer Rohstoff, aus dem ein bemerkenswertes Universum mit den tollsten Figuren entstand. Allen voran Ritter Rost, das Burgfräulein Bö und der Drache Koks. Ihre Geschichten erfreuen sich gerade unter Vorschulkindern großer Beliebtheit: Mittlerweile gibt es zehn Bände sowie Hörspiele, Bücher und DVDs. Grund genug, den Erfolg im Kino auszubauen.

Ritter Rost (Komiker Rick Kavanian leiht ihm seine Stimme) ist ein schräger Typ; ein chaotischer Loser, der sich irgendwie durchs Leben laviert. Auch wenn er an der Realität hier und da scheitert, hat er doch stets große Träume: Diesmal will er unbedingt beim königlichen Ritterturnier antreten, um dem Angeber namens Prinz Protz (gesprochen von Christoph Maria Herbst) eins auszuwischen und die Siegesprämie zu kassieren.

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Dumm nur, dass sein Pferd Feuerstuhl einen Motorschaden hat. Kurzerhand versetzt Ritter Rost die Nähmaschine seiner treuen Freundin Bö, um an einen neuen Motor zu kommen. Rost ist schließlich notorisch pleite. Immerhin, er gewinnt das Turnier. Aber dann stellt sich heraus, dass der neue Motor ursprünglich geklaut wurde, und Rost verliert seinen Status als edler Ritter.

Heimatlos, aber unter der Begleitung von Feuerstuhl und Koks, zieht der Verstoßene fortan durch das Königreich Schrottland - in der Hoffung, alles wiedergutzumachen. Burgfräulein Bö geht derweil dem narzisstischen Prinz Protz auf den Leim, bis sie herausfindet, welche eitlen Pläne der im Schilde führt. Ritter Rost hat jetzt jedenfalls alle Möglichkeiten, sich aufs Neue zu profilieren. Er will allen zeigen, dass er im Grunde doch ein guter, richtig netter Kerl ist.

Der Plot des Kinofilms ist also denkbar einfach: Die Heldenreise folgt einem überschaubar linearen Prinzip. Für Lacher und Stimmung sorgen die animierten Helden - gerade auch Figuren wie der doppelköpfige Riesendrache, den Tom Gerhardt und Detlev Redinger im herrlichsten Kölner Dialekt sprechen. Wie schon in den Büchern spielt auch die Musik eine nicht unwesentliche Rolle, allerdings ist sie weniger präsent als in der literarischen Vorlage. Klassiker wie "Das muss ein Ritter können" oder "Mein Vater hat mich hergestellt" sind jedenfalls unverzichtbar. Ansonsten konzentrieren sich die Filmemacher unter der Regie von Thomas Bodenstein, der bisher als Producer von Filmen über den Hasen Felix und Prinzessin Lillifee verantwortlich zeichnete, auf die fantasiereiche Gestaltung von Schrottland: Jeder Einrichtungsgegenstand, jedes noch so kleine Werkzeug ist hier belebt und personalisiert - es geht zu wie in einem Wimmelbuch.

Der filmische Kosmos erhält obendrein Tiefgang mittels einer eindeutigen pädagogischen Botschaft: Prinz Protz, der seinem Namen alle Ehre macht, will Schrottland vom alten Eisen befreien; nutzloses Zeug soll künftig per Schrottpresse entsorgt werden. Das darf nicht passieren! Die Wertschätzung und Daseinsberechtigung von alten, ausrangierten Dingen muss erhalten bleiben. Hier ist sie, die kindgerechte Kritik an unserer Wegwerfgesellschaft.Ritter Rosts erstes Animationsabenteuer ist also durchaus überzeugend, sowohl in seiner optischen Gestaltung als auch als Plädoyer für Second Hand. Dass die Rollenbilder hier und da etwas schablonenhaft gezeichnet sind, mag man verzeihen. Es ist schließlich ein Kinderfilm - mit ziemlich viel Herz.

Heidi Reutter

Kinofilm
Filmbewertungüberzeugend
FilmnameRitter Rost
Starttermin10.01.2013
3D3D Info
RegisseurThomas Bodenstein, Hubert Weiland, Nina Wels
GenreTrickfilm
SchauspielerRick Kavanian
SchauspielerChristoph Maria Herbst
SchauspielerCarolin Kebekus
Entstehungszeitraum2012
LandD
Freigabealter0
VerleihUniversum
Laufzeit78 Min.
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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