Musik

Xavier-Naidoo: "Marionetten"-Skandal nur ein "Missverständnis"?

Viel Aufregung um einen deutschen Popsong. Hat Xavier Naidoo im Söhne-Mannheims-Lied "Marionetten" zu Gewalt aufgerufen, Verschwörungstheorien verbreitet und rechtsextremes Gedankengut bedient? Derartige Unterstellungen, wie sie auf den 45-jährigen Sänger dieser Tage aus allen Richtungen einprasseln, wies er nun in einer schriftlichen Stellungnahme zurück. Nach einem anberaumten Krisentreffen mit dem Mannheimer Bürgermeister und den Mitgliedern des Musikerkollektivs Söhne Mannheims habe er "das Gefühl, noch einmal das Wort für die Kunst ergreifen zu müssen", eröffnet Naidoo einen wortreichen Post auf seiner Facebookseite.

Beim Lied "Marionetten" handele es sich nach seiner Einschätzung "um eine zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen, also um die Beobachtung bestimmter Stimmungen, Auffassungen und Entwicklungen." Diese sei "im Rahmen einer künstlerischen Auseinandersetzung bewusst überzeichnet". Naidoo räumt ein: "Das mag missverständlich gewesen sein." Daher sei ihm wichtig zu betonen: "Die Söhne Mannheims und ich stehen für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben und in der es allen Menschen möglichst gut geht."

Mit seinem Song habe er sich gegen Fehlentwicklungen in "Gesellschaft, Wirtschaft und Politik" wenden wollen. Menschen würden sich in großer Zahl nicht mehr "mitgenommen" fühlen, argumentiert Naidoo. "Das ist gefährlich und kann zu Extremismus führen. Und der ist nie gut."

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Ausdrücklich distanziert sich der gebürtige Mannheimer, der im Schreiben seine südafrikanisch-indisch-irischen Wurzeln betont, "gegen jede Art von Gewalt, gegen jede Art von Fremdenhass, gegen jede Art von Diskriminierung und gegen jede Form von Radikalismus oder Nationalismus".

Ob diese hehren Worte mit den kritisierten Zeilen aus dem Song "Marionetten" in Einklang zu bringen sind, steht indes auf einem anderen Blatt. Unter anderem diffamiert Naidoo darin politische "Volksvertreter" als "Volks-in-die-Fresse-Treter" und "Hoch- beziehungsweise Volksverräter" - eine Diktion, wie man sie von rechten und rechtspopulistischen Parteien kennt. Auch geben sich die Lyrics expliziten Gewaltfantasien hin. So heißt es: "Wenn ich so ein'n in die Finger krieg', dann reiß' ich ihn in Fetzen / Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen".

Der Radiosender Bremen Vier hat Naidoo und den Söhnen Mannheims infolge des "Marionetten"-Eklats die Zusammenarbeit aufgekündigt. Bei Sky, wo der Sänger die Sendung "Wunschkonzert" präsentiert, will man hingegen an ihm festhalten.

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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