Musik / CD

Helene Fischer: Helene FischerEinfach nur die Erste

Eine Plattenfirma will Platten verkaufen. Logisch. Und ihre Presse- und Marketingabteilungen sind dafür verantwortlich, dass diese bekannt und am besten gelobt werden. Ein probates Mittel für dieses Anliegen ist es, die vermeintliche Bedeutung eines Künstlers in Presse-Begleittexten hervorzuheben. Eine solche Ankündigung zum neuen Album von Helene Fischer, simpel "Helene Fischer" getauft, ist mit "Prima inter pares" überschrieben: "Die Erste unter Gleichen". Königin Helene, "uns Helene" - die Fischer soll beides sein. Geht das überhaupt?

Ein Album also, das den Namen der Interpretin trägt. Bei Debüts ist dies oft der Fall. Man stellt sich vor: "Hallo, das bin ich!" Bei etablierten Künstlern kommt dies eher dem Hinweis gleich: "So, und das bin ich jetzt wirklich, ganz persönlich!" Helene Fischer hautnah also. Was blieb ihr auch anderes übrig? Schließlich muss sich Album Nummer sieben ganz unweigerlich am Megaerfolg des Vorgängers messen lassen: "Farbenspiel" war das meistverkaufte Album seit Grönemeyers "Mensch" von 2002. Jede Mutti dürfte es mittlerweile zu Hause haben, jeder Vati auch, Söhne und Töchter trällern mit - denn die Helene, die ist für alle da, so spricht das Label.

Persönlichkeit, Intimität, die nackte Wahrheit. Doch wer von "Helene Fischer" nun "Bunte"- und "Bild"-gleiche Enthüllungen erwartet, wird enttäuscht. Die 32-Jährige aus dem sibirischen Süden bedient auch auf ihrem neuen Werk die volle gefühlige Palette. Liebe, mit sich selbst klarkommen, Dankbarkeit und Liebe, Liebe, Liebe. Wichtiger als der Inhalt ist natürlich die Eingängigkeit, das Hitpotenzial. Mit "Nur mit Dir" gleich als Einstieg ist es schon gefunden, das neue "Atemlos". Mitsingen, mitklatschen. Die Hüften und Schultern ziehen von alleine nach.

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Helene Fischer sei eine unfassbar abwechslungs- und facettenreiche Sängerin, heißt es in der Info der Plattenfirma. Und tatsächlich traut sich die Fischerin einiges zu auf ihrer Neuen. Da gibt es Frida-Gold-Elektro-Pop inklusive ein wenig Stöhnen ("Herzbeben"), feurigen Flamenco ("Viva La Vida") und die große Disney-Geste ("Wenn du lachst"). Doch egal, was Helene Fischer anpackt, es klingt immer nach Schlager. Was auch schon wieder eine Kunst ist.

Eigentlich ist es kaum möglich, doch Helene steht sogar im Wilden Westen ("Mit dem Wind") im Glitzerkleid da - diesmal nur mit wenig Dekolleté, dafür ganz viel Rücken. Auch legt sie ihre Arme frei, ein bisschen Bizeps, aber nicht zu viel. Eine starke Frau, aber auch betont weiblich, manchmal fast untergeben sexy. So nahbar und unnahbar zugleich. Wirklich kennengelernt hat man Helene Fischer auch nach dem wiederholten Hören von "Helene Fischer" nicht.

Max Trompeter

Audio CD
Bewertungakzeptabel
CD-TitelHelene Fischer
Bandname/InterpretHelene Fischer
GenreSchlager-Pop
Erhältlich ab12.05.2017
LabelPolydor
VertriebUniversal
Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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