So rockig wie Subway To Sally oder Schandmaul waren Faun nie. Die Mittelalter-Folk-Band aus Gräfelfing bei München war eher auf der authentisch-abgetauchten Seite einzuordnen. Rückkehr zur Natur, inklusive passendem Instrumentarium und Textbegleitung. Und so lustwandelt der treue Hörer seit zehn Jahren durch eine ebenso faszinierende wie eigensinnige mittelalterliche Welt. "Von den Elben" verspricht Idylle.
Aber halt, was ist das? Auf dem Marktplatz herrscht Aufruhr. Teile des Volkes reagierten bereits auf die ersten Ausschnitte des neuen Werkes mit Groll. Die beiden ersten Nummern "Mit dem Wind" und "Diese kalte Nacht" schallen über den Platz, und schon ist der Grund für den Unmut gefunden: Der Dämon des Kommerzes ist es, den viele über die Fachwerkhäuser schweben sehen. Verkörpert durch das böse Major-Label. "Von den Elben" ist das erste Album, welches bei Universal erscheint. Zusätzlich wurde das Produzententeam Valicon in den Wagen geholt, auf deren Referenzliste sich solch ferne Gestalten wie Lena Meyer-Landrut, Glasperlenspiel oder Silbermond finden.
Prompt sieht sich Oberfaun Oliver s. Tyr zu einer Stellungnahme veranlasst. Es sei "eine klare Chance, um mehr Menschen gerade für unsere Themen zu sensibilisieren". Aber auch von musikalischen Kompromissen ist die Rede. Wer etwas tiefer gräbt, stößt auf eine Meldung, in welcher ein Vertreter der Plattenfirma erklärt: "Die Aufgabenstellung war, die Musik von Faun mit Hilfe erfolgreicher Kreativteams auch außerhalb der Szene für ein großes Publikum greifbar zu machen."
Was heißt das konkret? Die weibliche Stimme wurde in den Vordergrund gemischt, nicht wenige Songs eignen sich für die ganz und gar nicht mittelalterliche Radiowelt der Gegenwart. Mit vorne dabei: Die bereits erwähnten Stücke sowie "Tanz Mit Mir", ein schunkelnd-weinseliges Duett, bei dem Björn Both von den Senkrecht-Seefahrern Santiano den männlichen Part übernahm. Aber es gibt auch andere Momente: Das "Minne Duett" wird gemeinsam mit Subway To Sally gefeiert, mit "Andro II" wird ein weiteres Mal der traditionelle bretonische Tanz angegangen.
Es ist der Sichtwinkel, welcher entscheidet. "Von den Elben" ist ein heimeliges Album geworden, enthält einige wertvolle und gar nicht so untypische Faun-Stücke. Dass die hörbaren Konsequenzen des Handschlags mit der Mainstream-Industrie vielen alten Fans nicht schmecken werden, ist jedoch ebenso nachvollziehbar.
Faun auf Deutschland-Tournee:
14.03., München, Freiheiz
15.03., Langen, Neue Stadthalle
16.03., Heidelberg, Providenzkirche
17.03., Würzburg, St. Stephan
21.03., Freiburg, Jazzhaus
22.03., Kaiserslautern, Kammgarn
23.03., Bochum, Christuskirche
12.04., Regensburg, Antoniushaus
13.04., Köln, Kulturkirche
14.04., Nürnberg, Hirsch
18.04., Leipzig, Werk 2
19.04., Berlin, Passionskirche
20.04., Hameln, Sumpfblume
21.04., Hamburg, Grünspan
Alexander Diehl
| Audio CD | |
|---|---|
| Bewertung | überzeugend |
| CD-Titel | Von den Elben |
| Bandname/Interpret | Faun |
| Genre | Rock/Pop |
| Genre | Mittelalter/Folk |
| Erhältlich ab | 25.01.2013 |
| Label | We Love Music - UDP |
| Vertrieb | Universal |
| Laufzeit | 47:31 |
| EAN Code | 0602537143252 |



