Musik / CD

The Script: #3One-Hit ohne Wunder

Zwei Fakten über Til Schweiger: Er besuchte eine Schauspielschule und besitzt ein goldenes Händchen für die passende musikalische Untermalung seiner Filme. Neueste Entdeckung des Freiburgers sind die Iren von The Script, die mit "Hall Of Fame" den Titelsong seines demnächst startenden Kinostreifens "Kokowääh 2" (Starttermin: 7. Februar) beisteuern. In ihrer Heimat und im britischen Königreich schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr, möchten die Insulaner ihren Siegeszug mit ihrer neuen Platte "#3" auch auf dem Festland fortsetzen.

Was 2007 mit Schweigers "Keinohrhasen" und One Republics "Apologize" funktionierte, dürfte sich im Falle von "Hall Of Fame" wiederholen: Mit fleißiger Unterstützung von will.i.am (Black Eyed Peas) dachte sich das irische Trio einen poppigen Ohrwurm aus, zu dem es sich wunderbar beschwipst im Kinosessel schunkeln lässt. In der Vergangenheit bewiesen The Script bereits mit ihrem selbstbetitelten Debüt (2008) und dem Nachfolger "Science & Faith" (2010), dass sie durchaus imstande sind, Songs zu schreiben, die das Herz zu berühren vermögen.

In gefühlvolle Halbballaden verpackt, sangen The Script vom Gewinn, Erhalt und Verlust der Liebe. Aber auch Kondolenzen an verstorbene Familienmitglieder waren ständige Begleiter ihrer melancholischen Lieder und gaben der Band stets etwas Nachdenkliches. Auch auf ihrer dritten Platte halten sie an dieser Formel fest, erweitern ihr Klangspektrum aber um einige, nicht unwesentliche, Facetten.

Größte Neuerung bei den Dublinern sind die teilweise eingestreuten Sprechgesänge von Frontmann Danny O'Donoghue und Gitarrist Mark Sheehan, die zwar sehr bemüht, aber nicht gekonnt und eher peinlich klingen. Dabei besitzt gerade Sänger O'Donoghue eine ausgesprochen ehrlich klingende Singstimme, die einen der Hauptgründe darstellt, warum aus "#3" erneut eine musikgewordene Liebeserklärung wurde: Die von leise gezupften Gitarren begleitete Schnulze "Six Degrees Of Separation" baut wohliges Gänsehautgefühl auf, "Kaleidoscope" explodiert im Refrain mit satten Drumbreaks, und "Give The Love Around" erinnert durch seine Phrasierung sogar ein wenig an die Ska-Legenden Sublime.

Viel mehr gibt "#3" nicht her: Die restlichen Songs wirken zu kalkuliert und schielen mit weit geöffneten Augen zu sehr auf einen Platz im oberen Chart-Drittel. In Deutschland wird man The Script als die Band in Erinnerung behalten, die Til Schweigers Film mit einem Song untermalen durften. Denn Fakt ist: Für mehr reicht das übrige Füllmaterial von "#3" nicht aus.

Ben Hiltrop

Audio CD
Bewertungakzeptabel
CD-Titel#3
Bandname/InterpretThe Script
GenreRock/Pop
Erhältlich ab25.01.2013
LabelRCA - Sony Music International
VertriebSony Music
Laufzeit39:55
EAN Code0887254154723
Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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