Service

Kandidatin Lisa-Marie Friede (Grüne)

Lisa-Marie Friede ist Studentin und lebt in Köln. Sie wurde 1992 in Salzkotten geboren.


http://www.radioleverkusen.de/lev/rl/1453980/service

Könnten Sie sich auch vorstellen in einer anderen Partei Mitglied zu sein? Wenn nein: Warum nicht? Wenn ja: Welche und warum?

Bei anderen Parteien fehlt mir die Orientierung auf Nachhaltigkeit. Politische Entscheidungen wirken häufig noch jahrzehntelang, egal ob bei Umweltfragen oder bei der Rente. Die Grünen achten sehr darauf, dass wir kommenden Generationen nicht Chancen nehmen. Darum investieren wir Geld auch nicht irgendwie, nur um kurzfristig "die Wirtschaft anzukurbeln", sondern zielorientiert, sodass es weder umweltschädlich noch unsozial wirkt. Mir gefällt bei den Grünen, dass Wirtschaft, Soziales und Umwelt nicht in Konkurrenz stehen, sondern zusammen gedacht werden - das vermisse ich bei allen anderen Parteien.

 

Wenn Sie nicht in der Politik tätig wären, was würde der Politik dann fehlen? 

Ich bin eine leidenschaftliche Kämpferin für Gerechtigkeit und Vielfalt. Meine Themen reichen von Arbeit, Einkommen und Verteilung, soziale Sicherung, Altern und Rente über Feminismus hin zu Antifaschismus. Als junge Frau streite ich täglich für mehr Gleichberechtigung und gegen einen gesellschaftlichen Rechtsruck. Die Kombination aus Wirtschaftsliberalismus und rechten Gedankengut ist gerade wieder im Trend - für mich umso mehr Anlass, mich zu engagieren. Ich möchte eine Wirtschaft, die Mensch und Umwelt dient. Und ich möchte ein Sozialsystem, das Menschen würdevoll behandelt und sie vor Risiken beschützt. Ich möchte ein Gesundheitssystem, das sich nicht am Geldbeutel der Patient*innen orientiert und eine moderne Gesellschaft, die offen ist für alle Menschen.

 

Leverkusen ist eine relativ kleine Stadt mit verhältnismäßig wenigen Einwohnern im Vergleich zu größeren Städten. Wie werden Sie die Interessen der Stadt Leverkusen in Berlin durchsetzen?

Als Bundestagsabgeordnete würde ich die Eindrücke aus meinem Wahlkreis mit in die politische Arbeit nehmen. So können Problematiken und Herausforderungen aus den Städten Leverkusen und Köln direkt in die Bundespolitik getragen werden. Durch die Begegnungen und Gespräche im Wahlkreis wird mir immer wieder bewusst, wie bundes- und landespolitische Entscheidungen vor Ort wirken. Das ist wichtig, um dies in die Ausschüsse und Facharbeit einfließen zu lassen.

 

Für die nächsten Jahre sind in NRW, unter anderem auch in Leverkusen, einige Baustellen auf Autobahnen geplant. Darunter fallen zum Beispiel der Neubau der A1-Rheinbrücke und die Verbreiterung der A3 zwischen Leverkusen und Hilden. Was werden Sie in der Hinsicht tun, um Staus zu verhindern oder zumindest zu verringern?

Staus werden nicht immer vermeidbar sein, können aber durch intelligente Verkehrsleitsysteme etwas reduziert und abgeschwächt werden. Zusätzlich bedarf es eines umfassenden, integrativen Mobilitätskonzepts, das ÖPNV, Carsharing, die Nutzung von (Leih-)-rädern, etc. miteinander vernetzt. Nur wenn wir neue Wege in der Verkehrspolitik beschreiten, kann ein Verkehrskollaps verhindert werden. Bund und Land sind in der Verantwortung, dafür ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

 

Die A1-Rheinbrücke soll neu gebaut und damit verbreitert werden. Dazu besteht auch die Überlegung in die Giftmüll-Deponie Dhünnaue einzugreifen. Welche Gefahren sehen Sie bei diesem Neubau? Was ist Ihr Vorschlag, um mögliche Gefahren zu verhindern?

Den Eingriff in die Altlast lehne ich ab, da die damit verbundenen Gefahren nicht absehbar sind. Dazu gehören Gefährdung der Statik von Brücke und Deponie, Austritt giftiger Stoffe, etc.. Nicht alles was machbar ist, ist auch sicher und sinnvoll. Das war bei der Nutzung der Atomkraft ähnlich: technisch machbar, aber gefährlich. Der Eingriff in die Giftmüll-Deponie ist verzichtbar, wenn auf einen 12-spurigen Ausbau der A-1-Brücke verzichtet und ernsthaft über Tunnellösungen unter dem Rhein nachgedacht wird.

 

Leverkusen ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Große Unternehmen haben hier ihren Sitz. Aber das Gewerbesteueraufkommen aufkommen ist gering, die Stadtkasse leer - ganz im Gegensatz zur Nachbarstadt Monheim. Was ist Ihre Idee, um finanzschwachen Kommunen und speziell Leverkusen zu helfen?

Der Bund muss die Kosten für die Aufgaben übernehmen, die er den Kommunen übergibt und finanzschwache Kommunen finanziell unterstützen. Wir fordern auch, dass der Bund die Wohnungskosten für Hartz-IV-Empfänger schrittweise übernimmt und ein Förderprogramm für Schulsanierungen startet. Das von Monheim betriebene Gewerbesteuerdumping sollte vom Gesetzgeber unterbunden werden. Denn: wenn sich immer mehr Gemeinden daran beteiligen, führt dieser unfaire Abwerbe-Wettbewerb absehbar zu geringeren Steuereinnahmen für alle Städte. Außerdem müssen unverzüglich Regelungen abgeschafft werden, nach denen sich sehr erfolgreich agierende Weltkonzerne durch Steuertricks arm rechnen können und sich damit unverzichtbaren Steuerzahlungen weitgehend entledigen.

 

Wie andere Kommunen hat auch Leverkusen in den letzten Jahren viele Flüchtlinge aufgenommen. Zum Teil waren die Kapazitäten derart erschöpft, dass Turnhallen genutzt und Zelte aufgestellt werden mussten. Nicht nur die Integration der Menschen ist eine große Herausforderung, sondern auch die Finanzierbarkeit der Hilfe. Wie sollte die Politik Ihrer Meinung nach auf die Herausforderungen reagieren?

Deutschland darf kein Land sein, das Menschen in Krieg, Verfolgung oder Folter abschiebt. Wir brauchen legale Fluchtwege und ein modernes Einwanderungsrecht. Insbesondere aber muss der Bund Fluchtursachen bekämpfen. Ob Integration erfolgreich gelingt, entscheidet sich in den Kommunen, die dafür finanzielle Unterstützung des Bundes brauchen. Die Integration von Geflüchteten muss in allen Bereichen (Wohnen, Bildung, Arbeitsmarkt, Freizeit, etc.) umfassend erfolgen. Hier zu sparen, wäre keine langfristige und nachhaltige Lösung. Wichtig ist, dass die Kosten der Maßnahmen tatsächlich 1 zu 1 von der Bundesregierung übernommen werden. Im Gegensatz zu den meisten Städten und Gemeinden ist der Bund derzeit finanziell gut ausgestattet.

 

Einige Menschen fühlen sich nicht mehr sicher. Zum Beispiel ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Leverkusen relativ hoch. Aber auch die Angst vor Terroranschlägen wirkt sich auf die Stadt aus. Steine schützen die Fußgängerzone, auf den Weihnachtsmärkten patrouillierten bewaffnete Polizisten. Sehen Sie Bedarf darin, die innere Sicherheit zu verbessern? Was sind Ihre Pläne, um in Zukunft mehr Sicherheit zu gewährleisten?

Ja, wir müssen die innere Sicherheit stärken. Wir brauchen aber keinen Überbietungswettbewerb in Sachen Gesetzesverschärfung, sondern eine sinnvolle Anwendung bestehender Gesetze - und besser ausgebildete Polizist*innen sowie eine gute Zusammenarbeit der Behörden. Außerdem muss die große Anzahl frei verfügbarer Schusswaffen zurückgedrängt werden und eine effektive Verfolgung von Wohnungseinbrüchen erfolgen.

 

In vielen Familien sind beide Elternteile berufstätig. Ein Einkommen reicht häufig nicht. Trotzdem möchten sich vielfach auch beide Elternteile um den Nachwuchs kümmern. Welche Pläne haben Sie, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können?

In den letzten Jahren wurden schon viele Betreuungsangebote für Kinder geschaffen. Allerdings längst nicht genug, um den Bedarf zu decken. Wir Grüne wollen das Kita-Angebot so ausbauen, dass wirklich jedes Kind einen Platz erhält. Mindeststandards für die Qualität wollen wir gesetzlich festlegen - damit Erzieherinnen und Erzieher ausreichend Zeit für die Kinder, für Vor- und Nachbereitung und Elterngespräche haben. Kinder sollen ab dem zweiten Lebensjahr bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf ein ganztägiges Angebot frühkindlicher Bildung und Betreuung bekommen.

 

Wohnungen in Leverkusen werden immer teurer und für einige Menschen unbezahlbar. Sie sprechen von einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Wie dringend ist es Ihrer Meinung nach, neue bezahlbare Wohnungen zu schaffen?

Wie in der gesamten Rheinschiene steigen aufgrund eines erheblichen Zuzugs auch in Leverkusen die Mieten. Der Neubau von Wohnungen ist daher unbedingt erforderlich. Bei der Ausweisung von neuen Baugebieten ist- z.B. durch städtebauliche Verträge - sicherzustellen, dass auch ausreichend öffentlich geförderter, bezahlbarer Wohnraum für die Bezieher*innen geringer und mittlerer Einkommen entsteht. Gleichzeitig müssen im dicht besiedelten Leverkusen wichtige Freiflächen erhalten bleiben, und Wohngebiete durch Begrünungsmaßnahmen aufgewertet werden. Mehr Grün in der Stadt ist ein unverzichtbarer Beitrag für ein gesünderes Stadtklima.


Schließen
Drucken

Weitere Artikel


Passend zum Karneval: die Radio Leverkusen Heimat-Hymne - DAS Lied für Leverkusen.

Stauschild

Melden Sie Staus und Blitzer!
Hotline: 0214 - 868 33 33

Wetter

Die ausführliche Wettervorhersage für Leverkusen und NRW.

In "Hannahs Tanke" ist die Welt auch nicht unbedingt mehr in Ordnung als irgendwo anders...

Die neue Serie von und mit Katja von Lier: sie ist Single und glücklich! Nur will ihr das keiner glauben...

Und zu seinem Jubiläum hören Sie bei uns die besten Folgen unseres beliebten Telefonschrecks - von 2003 bis heute.

Früher war er ein Frauenheld - heute ist er dreifacher Papa! Timo Schnitzer blickt mit einem kleinen, weinenden Auge auf seine Vergangenheit und mit einem großen, rührenden Auge auf seine Familie.

1|2|3|4

Liebe, Karriere, Gesundheit. Wie hell funkeln die Sterne für Sie am Himmel? Ihr persönliches Horoskop jeden Tag aktuell.

Marktplatz

Anzeigen-Suche

powered by Marktplatz

Kategorie:

Anzeigen-Aufgabe

Geben Sie in drei einfachen Schritten Ihre Online-Anzeige auf.

Buchen Sie jetzt Ihre Radiospots bei den Spitzenreitern der Region! Alle Informationen finden Sie hier.

Anzeige
Zur Startseite