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Rheinbrücke Die wichtigsten Fragen

Der Neubau der Rheinbrücke ist ein Mammut-Projekt - für Leverkusen und die gesamte Region. Rund um die Planungen der Straßenbauer gab es immer wieder viel Kritik und Protest. Viele Fragen sind für viele nicht ausreichend beantwortet. Hier gibt's die wichtigsten Fakten im Überblick.


http://www.radioleverkusen.de/lev/rl/1410264/service


Wie gefährlich ist die Öffnung der Giftmülldeponie?


Das sagen die Bürgerinitiativen: 

Straßen NRW unterschätzt die Gefahren bei der Öffnung der Giftmülldeponie. Die Bürgerinitiativen haben sich Rat bei unterschiedlichen Ingenieuren und Experten geholt. Sie warnen, dass unklar ist, wie sich der Abfall von Bayer nach jahrelanger Lagerung entwickelt hat.

Die Initiativen befürchten, dass zum Beispiel viele giftige Gase entstanden sein könnten, die auch durch punktuelle Öffnungen des Bodens entweichen könnten. Je nach Wetterlage könnte sich dann eine Giftwolke über die gesamte Stadt legen und Leverkusen verseuchen.

Außerdem gehen die Initiativen davon aus, dass durch die Bauarbeiten die gesamte ehemalige Mülldeponie instabil wird. Dadurch drohe der Boden und auch Teile der Autobahnzufahrten abzurutschen.

Als zusätzlichen Negativ-Faktor führen die Initiativen eine hohe Lärmbelastung während Öffnung der Giftmülldeponie und der gesamten Bauzeit an.

 

Das sagt Straßen NRW: 

Die Risiken rund um die Öffnung der Giftmülldeponie sind im Vorhinein intensiv und gewissenhaft geprüft worden. Es gab 150 Erkundungsbohrungen - laut Straßen NRW ohne böse Überraschungen. Demnach ist ein Großteil des Bodens nicht belastet. Nur in acht Prozent des Bodens sind Lösemittel, chlororganische Verbindungen oder teerige Bestandteile, die durchaus ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Um eine Gefährdung der Bevölkerung auszuschließen, hat Straßen NRW ein Sicherheitskonzept erarbeitet: So soll es für den Bau der neuen Brückenpfeiler vorwiegend punktuelle Bohrungen geben.

Die wenigen Stellen, an denen die Deponie großflächig geöffnet werden muss, werden für die Öffnung mit einer Art Zelt überbaut. So sollen mögliche Gefahrenstoffe nicht direkt in die Umgebung gelangen. Innerhalb dieser Zelte wird die Luft mehrfach gefiltert, bevor sie wieder nach außen gelangt. Der ausgehobene Deponieboden wird in den Zelten je nach Belastung in LKW oder luftdichte Container verpackt. Bevor die Transporter auf Leverkusener Straßen fahren, müssen sie erst durch eine spezielle Schleuse. Hier werden sie gereinigt. Auch das Reinigungswasser sickert nicht einfach in den Boden, sondern wird vorher in einer speziellen Kläranlage aufbereitet.

Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen muss sich die Leverkusener Bevölkerung rund um den Neubau der Brücke keine Gedanken machen, sagt Straßen NRW.


Kann der Neubau der A1 Rheinbrücke noch verhindert werden?


Das sagt Straßen NRW: 

Nein. Mit dem Planfeststellungsbeschluss haben die Straßenbauer im November 2016 das Okay für den Bau bekommen.

Die Rheinbrücke gilt als eines der Verkehrs-Nadelöhre in Europa und steht als marodes Bauwerk auf der Prioritäten-Liste von Land und Bund ganz oben. Aktuell ist laut Straßen NRW unklar, ob die Brücke mit ihren Schäden noch lange hält - wenn die Schäden größer werden, muss die Brücke möglicherweise komplett gesperrt werden. Um das zu verhindern, soll der Neubau möglichst schnell starten. Und deshalb wurden die Rechtsverfahren gegen die Brücke beschleunigt. Statt durch verschiedene Instanzen zu laufen, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig direkt über die Klagen. So sollen die Vorarbeiten möglichst in den nächsten Wochen weiter gehen können.

Bis 2020 soll dann der erste Teil der neuen Brücke fertig sein, bis 2024 der zweite Teil.


Das sagen die Bürgerinitiativen: 

Ja - das "Netzwerk gegen Lärm" ist zuversichtlich, mit der Klage vorm Bundesverwaltungsgericht in Leipzig einen Baustopp erzwingen zu können. Hier liegen auch noch zwei weitere Klagen von Privatpersonen. In den Begründungen der Klagen geht es vor allem um die Öffnung der Mülldeponie und angebliche Verfahrensfehler.

Einen ersten kleinen Teilerfolg im Rechtsstreit feiert die Initiative nach eigenen Angaben schon: Seit Einreichung der Klage Anfang Dezember 2016 darf Straßen NRW keine vorbereitenden Maßnahmen für den Neubau der Brücke treffen. Eigentlich geplante Ausschreibungen für die Bauarbeiten konnten deshalb bisher nicht gemacht werden.

Außerdem sollte es bereits Rodungen rund um die Rheinbrücke geben. Auch die durfte Straßen NRW bisher nicht ausführen. Das Problem für die Straßenbauer: Der vorläufige Baustopp gilt, bis das Gericht ein Urteil gefällt hat. Weil die Frist für die Begründung der Kläger bis Anfang Februar läuft, zieht sich der Rechtsstreit noch mindestens einige Wochen hin. Vom 1. März bis 1. Oktober sind Rodungen aber per Gesetz verboten, weil dann die Brutzeit von Vögeln ist. Damit würden sich die Rodungsarbeiten auf Ende des Jahres verschieben - eine weitere Verzögerung wäre demnach vorprogrammiert.


Ist ein Tunnel durch Leverkusen überhaupt noch eine Option?


Das sagt Straßen NRW: 

Unter dem Rhein her wird es definitiv keinen Tunnel geben. Dafür sind die Planungen für die neue Rheinbrücke viel zu weit.

Für den Autobahnabschnitt zwischen (dann neuer) Leverkusener Rheinbrücke und dem Kreuz Leverkusen sind laut Straßen NRW noch alle Möglichkeiten offen. Demnach werden neben einer neuen, noch größeren Stelzenautobahn auch Tunnelvarianten geprüft.

Bevor der Bereich der Autobahn in Küppersteg erneuert wird, ist aber erstmal der Abschnitt zwischen Opladen und dem Kreuz Leverkusen auf der A3 dran. Und auch hier laufen aktuell Prüfungen für einen Tunnel. Damit hier eine Entscheidung fallen kann, muss aber feststehen, ob für den Ausbau der A1 zwischen Kreuz Leverkusen West und Kreuz Leverkusen ein Tunnel oder eine Megastelze geplant wird.

Alle Bauprojekte sind in ihrer Planung und damit auch in ihrer Verwirklichung und Bauzeit stark voneinander abhängig.

Der Bauplan 
1) Abschnitt I Neubau Rheinbrücke (Köln Niehl bis Kreuz-Leverkusen-West)
Bauzeit 2017 - 2024

2) Abschnitt II Ausbau A3 (zwischen Opladen und Kreuz Leverkusen)
Bauplanung: bis Ende 2017 - Baustart 2024

3) Abschnitt III Ausbau A1 (zwischen Kreuz Leverkusen West und Kreuz Leverkusen)
Bauplanung: bis 2021 - Baustart: nach Abschnitt II

 


Das sagen die Bürgerinitiativen: 

Hier ist es vorab wichtig zu sagen, dass unterschiedliche Initiativen für unterschiedliche Tunnelvarianten kämpfen. Einig sind sich aber eigentlich fast alle Initiativen in einer Aussage: Die Straßenbauer verhindern mit ihren Planungen einen Tunnel für Leverkusen - ob gewollt oder ungewollt.

Den "Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung" (LIV) geht es um einen Tunnel als Alternative zur A1-Stelzenautobahn zwischen dem Kreuz Leverkusen-West und dem Kreuz Leverkusen. Das ist ihrer Meinung nach noch die einzig realistische, umsetzbare Variante für die Stadt. Und dafür haben sich die Verantwortlichen auch mit Verkehrsminister Groschek getroffen.
Die LIV hoffen darauf, dass sich die Leverkusener Bundestagsabgeordneten beim Verkehrsministerium in Berlin stark für eine Tunnellösung machen. Hier wird letztlich die Entscheidung für den Ausbau getroffen.

Die Stadt hat zusätzlich auch noch ein Gutachten für die Tunnelvariante zwischen Kreuz Leverkusen West und Leverkusener Kreuz in Auftrag gegeben. Es soll bis März fertig sein.

Die Bürgerinitiative "Netzwerk gegen Lärm" kämpft hingegen für eine Kombi-Lösung. Sie sieht einen Tunnel von Köln-Merkenich bis hinter Leverkusen vor. Und zwar zusätzlich zur bestehenden Rheinbrücke. Sie soll nach Plan der Initiative nicht komplett neu gebaut werden, sondern nur so repariert werden, dass sie für den regionalen Verkehr stark genug ist. Der überregionale Verkehr soll dann durch den neu gebauten Tunnel führen. Mit der Klage gegen den Neubau der Rheinbrücke will die Initiative erreichen, dass diese Bauvariante geprüft und umgesetzt wird.


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