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Handball VfL feiert überlebenswichtigen Heimsieg

Der VfL Gummersbach hat am 27. Spieltag der Handball-Bundesliga gegen den TSV Hannover den zweiten Rückrundensieg geholt. Vor. 4.100 Zuschauern gewann der VfL mit 30:26.


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Gänsehautstimmung schon vor dem Anpfiff und kollektive Jubelszene auf den Rängen und auf dem Parkett in der ausverkauften Schwalbe-Arena am Spielende.

Nach sechs Niederlagen in Folge landeten die Schützlinge von Interimstrainer Sead Hasanefendic gegen den TSV Hannover-Burgdorf einen ebenso wichtigen wie hoch verdienten 30:26 (14:10)-Sieg und sicherte sich damit zwei eminent wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Mit nunmehr 17:37 Zählern verbesserte sich der VfL, der nach dem Remis zwischen Balingen und Lemgo auf den 14. Tabellenplatz abgerutscht war, wieder auf Rang 13. Dieser wichtige VfL-Erfolg wurde unter den Augen von Alt-VfL-Erfolgstrainer Petre Ivanescu (81) erzielt, der mit seiner Prognose Recht behalten sollte, als er vor dem Spiel optimistisch meinte: "Ich bin heute der Glücksbringer für den VfL."

Der VfL, der zuletzt schon in Leipzig eine gute Mannschaftsleistung gezeigt hatte, am Ende aber dafür nicht belohnt worden war, ging hochmotiviert in die Partie gegen eine Mannschaft aus Niedersachsen, die im Gegensatz zum VfL, der bekanntlich auf seinen erfolgreichsten Torjäger Julius Kühn verzichten musste, in Bestbesetzung antreten konnte. Und Sead Hasanefendic hatte seine Schützlinge in der Abwehr taktisch sehr gut eingestellt, wobei die VfL-Deckung in den Anfangsminuten auch noch einige Schwierigkeiten mit den TSV-Rückraumassen Mait Patrail und Kai Häfner hatte.

Die Gäste gingen lediglich zum 0:1 durch Häfner in Führung. Im Anschluss erzielte der überragende Simon Ernst, der am Ende mit acht Toren (und dies ohne einen einzigen Fehlwurf) der überragende Werfer des Spiels sein sollte, den Ausgleich und Florian von Gruchalla sorgte mit einem verwandelten Siebenmeter für die erste VfL-Führung. Es folgte der erste große Auftritt von Carsten Lichtlein, der am Ende neben Simon Ernst aus der insgesamt geschlossen auftretenden VfL-Mannschaft noch einmal hervorragend sollte, als er bei dem ersten Siebenmeter gegen Lars Lehnhoff Sieger blieb. Ein Kunststück, dass Lichtlein in der Folgezeit noch zweimal wiederholte, und zwar gegen Casper-Ulrich Mortensen und Torge Johannsen.

Und Lichtlein, der das Duell gegen die beiden TSV-Keeper Martin Ziemer und Malte Semisch um Längen gewann, war auch in der Folgezeit Garant dafür, dass der VfL ab dem 5:4 (9.) seine Führung kontinuierlich ausbaute. Dabei war das 8:4 durch VfL-Kapitän Christoph Schindler, dem ebenfalls vier ganz wichtige Tore gelangen, nach Kempa-Trick mit Kévynn Nyokas allein das Eintrittsgeld wert. Überhaupt spielte Nyokas diesmal sehr mannschaftsdienlich, trug sich zwar auch dreimal in die Torschützenliste ein, suchte mit seinen Anspielen aber immer wieder auch Kreisläufer Evgeni Pevnov. Und Pevnov bot gegen seine künftigen Kameraden eine sehr starke Leistung und hatte mit seinen Toren zum 9:5 und 11:6 großen Anteil daran, dass der VfL vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff mit sechs Toren in Front lag (14:8). Leider konnte dieses Polster nicht mit in die Kabine genommen werden, weil Runar Karason und Morten Olsen praktisch mit der Sirene noch auf 14:10 verkürzten.

So war also auch in Durchgang zwei Spannung und Dramatik angesagt, denn die Hannoveraner gaben sich in keiner Phase auf, überzeugten auch in kämpferischer Hinsicht, aber der VfL hatte an diesem Abend immer die richtige Antwort auf jede Herausforderung. Wichtig war, dass der VfL auch nach dem Seitenwechsel besser aus den Startlöchern kam, obwohl die Gäste den ersten Anwurf hatten. Aber das erste Tor in der zweiten Halbzeit ging auf das Konto des frischgebackenen Vaters Christoph Schindler, der mit einem Gewaltwurf zum 15:10 traf. Und bei diesem 5-Tore-Polster blieb es bis zum 22:17 (46.), ehe sich - angesichts der großartigen kämpferischen Leistung nicht verwunderlich - so langsam der erste Kräfteverschleiß bei den Gastgebern bemerkbar machte.

Aber auch in der Schlussphase konnte sich der VfL auf Carsten Lichtlein, der zwischenzeitlich einmal für Matthias Puhle Platz gemacht hatte, verlassen. Gerade in der kritischen Phase nach dem 27:25 (58.) verhinderte Lichtlein mit Glanzparaden den Anschlusstreffer der Gäste. Als schließlich Pevnov auf 28:25 und Andreas Schröder ins leere TSV-Tore zum 29:25 trafen, war die Partie gelaufen. Die restlichen zwei Minuten feierten die VfL-Fans ihre eigene Mannschaft mit "Standing Ovation" - und die Schlusssirene ging im Jubel unter.

In der Tabelle ist der VfL mit 17:37 Punkten 13. und hat zwei Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge.


VfL Gummersbach: Lichtlein (1.-49., 57.-60./15 Paraden/21 Gegentore), Puhle (49.-57./1 P./5 GT); Schroeter, Ernst (8), Schindler (4), Baumgärtner, Nyokas (3), Pevnov (4), Schmidt (1), von Gruchalla (3/3), Becker (1), Schröder (6).


TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (1.-24., 46.-60./3 P./21 GT), Semisch (24.-46./2 P./9 GT); Johannsen (2/1), Mortensen (2/2), Patrail (4), Hykkerud (2), Lehnhoff, Häfner (5), Böhm (2), Karason (2), Schmidt (1), Olsen (3), Christophersen (1), Kastening (2).


Zuschauer: 4.132 (ausverkauft).


Schiedsrichter: Colin Hartmann/Stefan Schneider.


Siebenmeter: 3:3 - 6:3 (Lehnhoff, Johannsen, Mortensen scheiterten je einmal an Lichtlein).


Zeitstrafen: 8:4 Minuten (Schindler, Pevnov, Becker, Schröder - Mortensen, Karason).


Spielfilm: 0:1 (2.), 5:4 (9.), 8:4 (15.), 10:6 (19.), 14:8 (26.), 14:10 (Halbzeit) - 15:10 (31.), 19:15 (40.), 21:16 (44.), 23:20 (50.), 25:21 (53.), 27:25 (58.), 29:26 (60.), 30:26 (Endstand).


Beste Spieler: Lichtlein, Ernst, Schröder, Nyokas, Schindler, Pevnov - Häfner.


Stimmen zum Spiel:


Jens Bürkle (Trainer TSV Hannover-Burgdorf): "Glückwunsch an den VfL zum verdienten Sieg. Ich kann meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen, denn kämpferisch hat die Mannschaft alles rausgehauen. Leider sind wir nicht so ins Spiel reingekommen und haben schon vor der Pause einige Chancen vergeben. Für uns heißt es jetzt, wieder nach vorn zu schauen, weiterarbeiten und auf die nächste Chance warten."


Benjamin Chatton (Geschäftsführer TSV Hannover-Burgdorf): "Auch von mir Glückwunsch an den VfL Gummersbach, der taktisch sehr gut eingestellt war. Wir haben uns heute trotz der Niederlage 60 Minuten als Mannschaft gut präsentiert, leider vergeblich. Wir erleben derzeit schwere Tage, aber wir müssen weiter so kämpfen, dann werden wir auch bald wieder Erfolg haben."


Sead Hasanefendic (Trainer VfL Gummersbach): "Ich bin überglücklich, nicht nur für mich, sondern vor allem für die Jungs, die alles gegeben haben und ihre letzten Kräfte mobilisiert haben. Ich bin ehrlich genug, zu gestehen, dass ich die letzten Nächte vor diesem Spiel nicht gut geschlafen habe. Schließlich hat Hannover eine bärenstarke Mannschaft mit überragenden Einzelkönnern. Umso höher ist unsere Leistung zu bewerten. Wir haben zwar einen wichtigen Sieg errungen, die Situation ist aber nach wie vor ernst. Deshalb müssen wir im nächsten Spiel in Stuttgart mit der gleichen Einstellung kämpfen."


Frank Flatten (Geschäftsführer VfL Gummersbach): "Heute hat man gesehen, dass die Mannschaft von der ersten Minute an mit Freude und Einsatzbereitschaft gespielt hat. Unsere Abwehr mit dem überragenden Carsten Lichtstein stand so gut wie schon lange nicht mehr. Jetzt müssen wir diesen Weg fortsetzen, denn das waren zwar zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf, aber wir sind noch lange nicht durch. Ich danke im VfL-Umfeld, die trotz der prekären Situation die Ruhe bewahrt haben. Und auch an die Fans ein ganz großes Dankeschön, das war heute ein fantastisches Publikum."


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